Kutaisi: Sehenswürdigkeiten und Reisetipps

Colchis Springbrunnen
Colchis Springbrunnen

Kutaisi ist für viele Besucher lediglich ein Ankunftsort in Georgien. Am naheliegenden Flughafen landen Billigflieger der Airline Wizzair. Letztere fliegen für schmales Geld nach Georgien. Für mich ist Kutaisi jedoch mehr als nur Transit. Bei allen drei Georgien-Besuchen war ich länger als einen Tag in der tollen Kleinstadt. In den nächsten Zeilen berichte ich von der drittgrößten Stadt des Landes.

Kutaisi Sehenswürdigkeiten und Highlights 

Klar, verglichen mit der Hauptstadt Georgiens hat Kutaisi das Nachsehen. Allerdings mag ich die Tatsache, dass die Stadt fußläufig ist und trotzdem viel bietet. Außerdem mag ich die klassisch georgische Architektur der Altstadt. 

Unmittelbar in der Nähe des Zentrums findet man keine Hochhausblocks, sondern nur niedliche Häuser, manchmal mit typischem Holzbalkon. Die großen Bunker aus der Sowjetära sind außerhalb von Kutaisi zu finden. Davon gibt es auch jede Menge 🙂

Altstadt zu Fuß erkunden

Die Altstadt ist das Gebiet rund um die White Bridge, die Fußgängerbrücke, die sich über den Rioni-Fluss erstreckt. Von der Brücke aus bietet sich ein guter Blick auf die auf- und abfahrenden Gondeln. Der Fluss an sich ist zwar keine Schönheit, aber wenigstens ist das Rauschen angenehm. Je nach Jahreszeit variiert übrigens die Strömung. 

Bei meinem letzten Besuch im Juni 2023 floss in der Tat viel Wasser den Fluss herunter.

Übrigens beherbergt Kutaisi insgesamt drei Brücken, die sich allesamt über den Rioni-Fluss spannen. Die anderen beiden befinden sich weiter im Norden. Sowohl die Rustaveli-Brücke, als auch die Red-Bridge können von Autofahrern genutzt werden. Und das tun sie auch, im Karacho durch Kutaisi!

Sobald man die Kopfsteinpflaster-Brücke überquert, befindet sich links eine Grünanlage, ein kleiner Park. Laut Google-Übersetzung heißt der Platz Veriko-Anjafaridze. Direkt daneben liegt auch die Seilbahnstation für Fahrten in den Besik Gabashvili Park oben auf dem Hügel. Wer sich von dort weiter bewegt, kommt irgendwann unweigerlich in den größeren Kutaisi Park, der unter den Einheimischen als “Boulevard” bekannt ist. Vermutlich weil man dort gut laufen kann. 

Von dort sind es nur noch wenige Meter bis zum architektonisch schönen Colchis Springbrunnen. Das Überqueren der Straße an dieser Stelle kann übrigens zur Herausforderung werden. Von dort aus kann man noch weiter Richtung jüdisches und französisches Viertel schlendern. Weitere Details erläutere ich in den folgenden Absätzen. 

Mit der alten Seilbahn hinauf in den Besik Gabashvili Park

gondel kutaissi
Ein Wunder das die Gondel aus den 1960er Jahren immer noch in Betrieb ist

Die alte Seilbahn aus der Sowjetära gleitet tatsächlich immer noch über Rioni-Fluss und bringt Fahrgäste hoch in den Besik Gabashvili Park. Ich muss zugeben, vor meiner ersten Fahrt hatte ich auch etwas Bammel über die Sicherheit der Gondel. Schließlich schaut sie wirklich sehr alt und zerbrechlich aus. 

Auf Nachfrage habe ich dann erfahren, dass sie im Jahr 1961 in Betrieb genommen wurde. Nun ja, sie fährt die ganze Zeit hoch und runter, da wird sie meine Fahrt auch noch überleben, dachte ich. 

Für 1 Lari kann man ein Oneway-Ticket nach oben oder nach unten kaufen. Die Gondel fährt ab, sobald genügend Fahrgäste zusammen sind. Ich glaube, es waren zehn Personen, die auf einmal mitfahren. Während der Fahrt wackelt die Gondel ziemlich stark, aber ich denke, man sollte sich keine großen Sorgen machen. 

Während der Fahrt kann man einen spektakulären Blick auf die Stadt und den Fluss genießen. Nach etwa zwei Minuten ist man aber schon am Ziel angekommen. Die gleiche Prozedur erfolgt dann vor der Rückfahrt, die wieder einen Lari kostet. Wer möchte kann auch circa 15 Minuten zu Fuß nach unten laufen. 

Besik Gabashvili Park

Besik Gabashvili Park
Auch dieses „Riesenrad“ dreht noch fleißig seine Runden

Der Besik Gabashvili Park selbst bietet zahlreiche Attraktionen sowie ein Riesenrad für Kinder und Familien. Das Riesenrad, das eigentlich eher ein kleines Riesenrad ist, stammt sicherlich aus der gleichen Zeitepoche wie die Gondel. Aber auch die anderen Fahrgeräte sind bereits sehr alt und in die Jahre gekommen. Aber sie funktionieren noch täglich und das ist das Wichtigste. 

Von der oberen Gondelstation des Parks hat man übrigens einen super Ausblick auf die Umgebung. Noch schöner ist die Sicht vom Riesenrad aus. 

Neben zahlreichen Fahrgeschäften gibt es auch einen Kiosk sowie ein Restaurant. Auf dem hinteren Teil des Geländes stehen einige Holzbungalows, die zur Miete angeboten werden. 

  • Adresse: Besik Gabashvili Amusement Park
  • Öffnungszeiten: Fahrgeschäfte von 12.00 bis 20.00 Uhr täglich
  • Eintritt: kostenlos, Attraktionen kostenpflichtig

Bagrati-Kathedrale

bagrati kathedrale
Die Bagrati Kathedrale thront auf dem Hügel über Kutaisi

Die Bagrati-Kathedrale ist gleichzeitig das symbolische Wahrzeichen von Kutaisi. Sie thront auf einem Hügel über der Stadt. Sie wurde im 11. Jahrhundert unter der Herrschaft des Königs Bagrat III. erbaut. Leider wurde sie später unter osmanischer Herrschaft im Jahr 1692 zerstört, wobei die Kuppel und die Decken einstürzten.

Erst im Jahr 1952 begannen die Restaurierungsarbeiten. Heute strahlt die Bagrati-Kathedrale aus massivem Kalkstein mit grüner Kuppel. An den Wänden der Stätte befinden sich originale historische Dekorationselemente. Der Innenraum der Bagrati-Kathedrale ist mit kunstvollen Wandmalereien und Reliefs geschmückt.

Der Wiederaufbau in den 2000er Jahren führte leider zu Streitereien. Da die ursprüngliche Form verändert worden ist, hat man sie von der Liste der UNESCO Weltkulturerbe gestrichen. Die Restaurierung hat jedoch dazu beigetragen, die Kathedrale vor dem weiteren Verfall zu schützen.

blick auf kutaissi
Blick auf Kutaisi im Winter

Nicht nur die Kathedrale selbst, sondern auch das äußere Gelände mit sattgrüner Wiese ist sehenswert. Von hier kann man einen atemberaubenden Blick auf Kutaisi und das Umfeld erblicken. Während der kälteren Monate sind die Gipfel in der Ferne mit Schnee bedeckt. Der Gang hoch zur Kathedrale lohnt sich vor allem für den Sonnenuntergang. Dann kann man besonders schöne Fotos machen. 

Vom Zentrum Kutaisis erreicht man die Kathedrale in etwa 15 bis 20 Gehminuten. Gehfaule können auch ein Taxi oder ein Bolt-Taxi nehmen. Oftmals ist die Bagrati-Kathedrale auch Teil einer Tour. 

  • Adresse: Bagrati Cathedral
  • Öffnungszeiten: 10.00 bis 17.00 Uhr täglich außer Montags
  • Eintritt: frei

Markthalle und Bazar besuchen

markthalle kutaissi
Churchkhela auf dem Markt

Der lebendige Markt findet jeden Morgen in der Markthalle und den umliegenden Straßen Kutaisis statt. Leider sind es überwiegend ältere Personen, die ihre Ware anbieten. Neben frischem Obst und Gemüse werden auch Käse, Wurstwaren, Gewürze und weitere Lebensmittel zum günstigen Preis angeboten. Mittendrin findet man auch selbstgemachten Honig, Wein, Cha-Cha und leckere Churchkhela. 

Außerhalb der Markthalle werden noch weitere Produkte wie Kunsthandwerk, Schmuck, diverse Werkzeuge, Kleidung und Schuhe angeboten. 

Wer sich in Kutaisi befindet, kann auf dem Markt einen Einblick in das authentische Alltagsleben der Einheimischen erhalten. Ich vermute, dass es im westlichen Europa auch mal so ablief, bevor die großen Supermärkte alles kaputt gemacht haben. 

Kutaisi Synagoge

synagoge kutaissi
Wirklich schön im Innenraum

Viele wissen nicht, dass es in Kutaisi sogar drei Synagogen gibt. Ich beziehe mich hier allerdings auf die große religiöse Stätte der Boris Gaponov Straße 57-59, welche Teil des jüdischen Viertels ist. An der nächsten Ecke fängt übrigens die Jerusalem Straße an.

Boris Gaponov war übrigens ein jüdischer Dichter, Übersetzer, georgischer und russischer Literatur. Er war außerdem Mitglied der jüdischen Gemeinde Kutaisi. Vor der Synagoge hat man ihm ein Denkmal gewidmet. 

Die Synagoge aus dem Jahr 1885 ist übrigens die zweitgrößte in Georgien nach der in Tiflis. Während die religiöse Stätte im neoromanischen Stil von außen eher unscheinbar aussieht, überrascht vor allem das Innere. Das große Steingebäude ist durch drei Bögen unterteilt. Besonders die Gemälde an der Decke haben mich beeindruckt. Insgesamt bietet die Synagoge Platz für 350 Personen. 

Alles in allem ist die Synagoge sehr gepflegt und in einem guten Zustand. Bei meinem Besuch war auch ein Rabbi anwesend, der mir mehr über die Synagoge und die jüdische Gemeinschaft in Kutaisi erzählt hat. 

Kutaisi war in der Vergangenheit die Heimat der größten jüdischen Gemeinde in Georgien. Nach dem Fall der Sowjetunion sind viele Juden in andere Länder umgesiedelt. Heutzutage gibt es nur noch eine kleine jüdische Gemeinde in Kutaisi. 

Eine zweite, viel kleinere Synagoge liegt übrigens genau gegenüber. Sie stammt aus dem Jahr 1912. Die älteste Synagoge aus dem Jahr 1852  findet man, wenn man weiter auf der Boris Gaponov Straße läuft. 

  • Adresse: Kutaisi synagogue
  • Öffnungszeiten: Am Vormittag sowie am Abend (genaue Öffnungszeiten unbekannt)
  • Eintritt: 2 Lari

Botanischer Garten

Der Botanische Garten Kutaisi liegt am Ufer des Flusses Rioni. Fernab vom Stadtzentrum und dem Straßenverkehr ist der Garten wirklich eine Ruheoase. Im Park sind außerdem viele Sitzgelegenheiten vorhanden. 

Das Naturparadies birgt zahlreiche farbenfrohe Blumen, große und alte Bäume, Rosen und einen Teich. Die Flora ist sehr vielfältig. Insgesamt befinden sich mehr als 700 exotische Pflanzenarten im botanischen Garten.

Einzigartig ist auch die kleine orthodoxe Kapelle, die im Stamm einer 400 Jahre alten Eiche gebaut wurde.  Der Durchmesser des Eichenbaumes beträgt 2 Meter.  

Weitere Sehenswürdigkeiten außerhalb von Kutaisi

Neben den Highlights der Stadt gibt es weitere Sehenswürdigkeiten ganz in der Nähe von Kutaisi. Die meisten lassen sich mit einem Bolt-Taxi oder mit einem Minivan erreichen. 

Okatse Canyon

Georgien, du überrascht mich immer wieder. So dachte ich, als ich am Okatse Canyon angekommen bin. Von außen sieht man zunächst nur ein hypermodernes Gebäude, das sich als Visitor-Center entpuppt. 

Drinnen erhält man Informationen und kann ein kleines Modell vom Canyon mit den Stegen sehen. Ebenfalls kauft man im Visitor Center das Eintrittsticket. Dieses wird übrigens erst später kontrolliert, daher unbedingt aufheben. 

Die Okaze-Schlucht liegt übrigens in der Nähe des Dorfes Gordi und ist etwa 14 Kilometer lang. 

Um zum Canyon zu gelangen, kann man entweder zwei Kilometer über einen Steinplattenweg laufen oder mit einem der wartenden Fahrer am Besucherzentrum fahren. Sportlich wie ich bin, habe ich natürlich die erste Variante gewählt. 

Die ersten Kilometer geht es immer wieder auf und ab durch den Dadiani Park. Kurze Zeit später muss man gefühlt hunderte von Treppen hinuntersteigen. Danach ist man erstmal 140 Meter tiefer. Auf dem Rückweg muss man dort wieder hoch, oh nein! 

Was den Okatse Canyon so besonders macht, ist die 780 Meter lange Gitterstegbrücke. Von dort aus hat man stets das türkisgrüne Wasser des unten fließenden Flusses im Blick. Personen mit Höhenangst sind hier ausdrücklich gewarnt 🙂

Nach weiteren Minuten Fußmarsch kann man bereits die lange Aussichtsplattform einsehen. Um diese zu erreichen, muss man allerdings noch mal circa 150 Stufen nach oben steigen. 

Die Aussichtsplattform selbst ist größer als gedacht. Sie ist etwa 20 Meter lang und schwebt circa 50 Meter über der Schlucht. Übrigens erinnerte mich der Weg teilweise an den Caminito del Rey in Malaga/Spanien. In Georgien ist die Landschaft hingegen viel grüner. Nach ein paar Fotos ging ich auch schon wieder zurück Richtung Eingang. 

Dort warten übrigens erneut Taxifahrer auf ein Business mit den Touristen. Wieder habe ich abgelegt und bin zum Visitor Center zurück marschiert. Für die komplette Strecke, 6 Kilometer hin und zurück, habe ich etwa 2,5 Stunden benötigt. 

  • Adresse: Okatse Canyon Visitor Centre
  • Öffnungszeiten: 10.00 bis 17.30 Uhr täglich (Bei schlechter Witterung bleibt die Okatse Schlucht geschlossen)
  • Eintrittspreis: 17,25 Lari / 6 Euro für Erwachsene (Juni 2023)
  • Website: Okatse Canyon

Wie erreicht man die Okatse Schlucht am besten?

okatse canyon
Endlich angekommen auf der Plattform

Wer keinen eigenen Mietwagen hat, kann die Okatse Schlucht auch mit einem Fahrer erreichen. Bei Gotrip.ge bieten sich mehrere Personen für diese Fahrt an. Alternativ kann man auch in seiner Unterkunft nach einer Möglichkeit fragen. Die Anreise per Taxi oder Auto dauert etwas mehr als eine Stunde.

Am günstigsten ist die Anreise jedoch mit der Marschrutka. Allerdings ist dies etwas aufwendiger. Im Juni 2021 habe ich diese Variante gewählt. Leider weiß ich nicht, mit welche Minivan Linie ich von Kutaisi aus gefahren bin. Ich erinnere mich jedoch daran, dass ich eine der Marshrutkas nähe der Red Bridge genommen habe. 

Von dort ging es zunächst in das Dorf Choni. Später bin ich von dort mit einer Marschrutka Richtung Okatse Canyon gefahren. Der Fahrer hat mich direkt am Visitor Center herausgelassen. Für beide Fahren habe ich damals nicht mehr als 10 Lari bezahlt. 

Der Rückweg war etwas schwerer zu organisieren. Die meisten Fahrer verlangten dort einen utopischen Preis. Ich bin dann etwas vom Visitor Center weggelaufen und habe meinen Arm ausgestreckt. Schließlich hat mich ein gutmütiger Mann für 5 Lari bis nach Choni mitgenommen. Von dort aus war es einfach, nach Kutaisi zu kommen. 

Tskaltubo – Verlassene Badehäuser und ehemaliger Kurort Stalins

ausflug nach tskaltubo
In Tskaltubo gibt es viele verlassene Sanatorien und Lost Places

Fans von Lost Places kann ich zu einem Besuch des ehemaligen Kurortes von Stail raten. Die Gegend rund um Tskaltubo war in der Vergangenheit bekannt für ihre Heilbäder. Aufgrund der natürlichen Thermalquellen sind dort vor und während der Sowejetzeit zahlreiche Badehäuser entstanden. Der ehemalige Führer Stalin selbst hatte dort sogar ein privates Badehaus. Mit dem Fall der Sowjetunion sind leider viele Hotels und Einrichtungen verlassen worden.

Besucher können dort noch heute Überreste der damaligen Sanatorien sehen. Mittlerweile haben Investoren einige Gebäude aufgekauft, die in Zukunft wieder restauriert werden sollen. Tskaltubo wurde übrigens nie ganz verlassen. Noch in der Gegenwart funktionieren zwei Badehäuser, in denen man Massagebehandlungen genießen kann. Außerdem gibt es mehrere Hotels und kleinere Unterkünfte in der Nähe.

Die 20 minütige Anreise erfolgt von Kutaisi mit der Marschrutka Linie 30 oder bequem per Bolt-Taxi. 

Kloster Gelati

kloster gelati
©Makalu – Pixabay.com

Das Kloster Gelati lässt sich ebenso einfach von Kutaisi erreichen. Es liegt gerade einmal 15 Kilometer nordöstlich von Kutaisi. Die kurvige und enge Straße dorthin hat es allerdings in sich. Das Kloster Gelati ist übrigens von der Unesco als Weltkulturerbe aufgenommen worden.

Nicht nur wegen der architektonischen Schönheit wird das Kloster sehr geschätzt. Für viele Besucher ist auch die geschichtliche Bedeutung von bedeutendem Wert. Das Kloster Gelati ist übrigens ein Gebäudekomplex, der aus mehreren Kirchen, einem Glockenturm und einer Akademie besteht. 

Die Gebäude wurden Anfang des 12. Jahrhunderts errichtet. In den Anbauten sind verschiedene Fresken enthalten. Aber auch wegen den Gräbern der bedeutendsten Könige und Königinnen Georgiens hat das Kloster Gelati einen hohen Stellenwert. 

Von Kutaisi aus erreicht man Gelati mit dem Minibus Nr 33. Dieser fährt um 8:30, 11:00, 14:00, 16:00 und 18:00. Zurück geht es vom Kloster Gelati um 10:00, 12:30, 15:30, 17:30 und 19:30. 

Motsameta

Motsameta heißt auf Deutsch übersetzt übrigens Märtyrer. Der Begriff stammt daher, da sich dort das Grab der Brüder David und Konstantin Mcheidze befindet. Sie haben im 8. Jahrhundert den Kampf gegen arabische Eroberer verloren. Außerdem haben sie sich gegen eine Konviertung zum Islam gewehrt und dadurch ihr Leben gelassen. 

Der Klosterkomplex liegt unweit vom Kloster Gelati entfernt. Gerade einmal drei Kilometer Distanz sind es zwischen beiden religiösen Stätten. Wer möchte, kann also eine kleine Wanderung einlegen. 

Die Klosteranlage stammt aus dem 11. Jahrhundert und liegt auf einem Berg über einer tiefen Schlucht. Dadurch bietet sich ein weiter Panoramablick auf die Umgebung. 

Die besten Restaurants in Kutaisi: Meine Tipps

Während meiner Aufenthalte in Kutaisi habe ich bereits mehrere Restaurants und Cafés besucht. Nachstehend möchte ich meine Erfahrung und Tipps im Bezug auf Essen und Trinken zeigen. 

El Depo

El Depo war in 2021 das erste Restaurant, das ich in Kutaisi besucht habe. Dies lag daran, dass ich ziemlich spät angekommen bin und es das damals einzige 24 Stunden Restaurant war. El Depo liegt auf der anderen Seite der Altstadt. Von der White Bridge ist es in nur drei Minuten zu erreichen. 

Das Lokal ist vor allem unter den Einheimischen gut besucht. Aber auch Touristen, die spät mit dem Flieger landen, besuchen El Depo gerne. 

Das Restaurant befindet sich im unteren Stockwerk eines zweistöckigen Gebäudes. Die Einrichtung ist eine Mischung aus rustikalem und modernem Stil. Ein Detail, das aber stören kann, sind die grellen Lampen. Vor allem nach Dunkelheit finde ich die Beleuchtung wirklich zu stark. Man fühlt sich teils wie beim Metzger. Andere Besucher oder Georgier stört dies vermutlich nicht. 

Im Bezug auf die Menükarte findet man im El Depo alles, was traditionell georgisch ist. Vom Salat über Sulguni Käse bis hin zu Fleisch und Teiggebäck. Selbst Khinkalis kann man bestellen. Ebenfalls ist die Getränkeauswahl ziemlich breit. 

Neben der Tatsache, dass das Restaurant 24 Stunden geöffnet ist, sind außerdem die Preise sehr günstig. Bei meinem ersten Besuch konnte ich fast nicht glauben, dass man so preiswert in Georgien essen kann. Ein Khinkali hat damals weniger als 0,80 Lari gekostet. Der Liter Hauswein kostete nicht mehr als zwei Euro.

Etwas schwieriger ist das Thema Service und Bedienung. Die meisten Kellnerinnen sprechen kein oder nur wenig Englisch. Sie sehen außerdem ziemlich unmotiviert und mürrisch aus. Bei solch geringen Preisen haben sie sicherlich nur ein kleines Gehalt, welches von uns Touristen aufgebessert werden kann. Die Qualität des Essens würde ich mit 7,5 von 10 bewerten.

  • Adresse: 10 Ioseb Grishashvili, Kutaisi, Georgien – Eldepo
  • Öffnungszeiten: 24 Stunden täglich

Baraqa

Das Baraqa ist eines meiner Lieblingsrestaurants in Kutaisi. Es liegt direkt neben dem Kolchis-Springbrunnen. Das Interieur ist typisch georgisch rustikal mit Steinbögen und einigen Dekorationselementen gestaltet. Im Außenbereich gibt es eine kleine Terrasse. Aufgrund der umliegenden Straßen kann es dort aber etwas laut sein. Für einen lauen Sommerabend mit georgischen Wein ist es an der frischen Luft dennoch schön. 

Das Lokal wird nicht nur von Touristen, sondern auch von Einheimischen besucht. Auf der Menükarte stehen zahlreiche georgische Speisen. Besonders gut sind die Khinkalis dort. Aber auch andere Gerichte schmecken sehr gut. Die Verständigung in englischer Sprache klappt ganz gut. Ansonsten ist der Service sehr flink. Die Preise sind meiner Meinung nach sehr fair. 

  • Adresse: 7 Tamar Mepe St, Kutaisi, Georgien – Baraqa
  • Öffnungszeiten: 09.00 bis 24.00 Uhr täglich

Hacker-Pschorr Kutaisi

hacker pschorr
Bayern oder Georgien?

Tatsächlich gibt es ein Hacker-Pschorr in Kutaisi. Bis dato habe ich den Begriff immer mit dem Münchner Bier assoziiert. Das Interieur des Restaurants erinnert mich an einen modernen Biergarten. Breite Sitzflächen und Bänke eignen sich für kleine und große Gruppen. 

Bei meinen Besuchen im Hacker-Pschorr konnte ich überwiegend Einheimische sehen. Ich vermute, Touristen meiden dieses Restaurants wegen dem Bezug auf das westliche Essen. Außerdem gibt es eine gemütliche Außenterrasse. Wer draußen sitzt, wird allerdings hin und wieder von Straßenhunden besucht. Diese sind meistens harmlos und zurückhaltend, aber nicht jeder möchte beim Essen gestört werden. 

Das Hacker-Pschorr serviert übrigens überwiegend georgische, aber auch einige internationale Speisen. Zum Münchner Bier passen Krustenbraten, Würste, Chicken Wings, Kebap genauso wie Mozzarellarollen, Suppen, Pizzen, Teiggebäck und sogar Khinkali. Das Angebot auf der Menükarte ist ziemlich groß. 

Während die Essensqualität im Allgemeinen überzeugt, ist der Service nur langsam und mittelmäßig. Mit dieser Tatsache muss man sich in ganz Georgien abfinden. Preislich ist das Hacker-Pschorr eher oben angesiedelt. Wer aus Deutschland kommt, empfindet es trotzdem als günstig. 

  • Adresse: 13 Galaktion Tabidze St, Kutaisi 4600, Georgien – Hacker-Pschorr Kutaisi
  • Öffnungszeiten: 10.00 bis 02.00 Uhr täglich

Beer Museum Kutaisi

hofbräu kutaissi
Damals noch unter dem Namen Hofbräu Kutaisi

Nur wenige Meter vom Hacker-Pschorr entfernt befindet sich das Beer Museum Kutaisi. Ich wusste gar nicht, dass die Georgier so auf deutsches Bier und die Deutsche Tradition abfahren. Bei meinem ersten Besuch im Januar 2022 hieß das heutige Beer Museum noch Hofbräu Kutaisi. 

Nun, im Juni 2023 habe ich es mit dem neuen Namen angetroffen. Gab es Lizenzprobleme oder war das Franchise zu teuer? Wie dem auch so das Beer Museum rockt! 

Nach dem Eintreten trifft man auf einen großen modernen Raum, der die Tradition Bayerns widerspiegelt. Massive Holzbänke und Tisch sowie bayerische Waldgemälde und Bierkrüge versetzen einen ins tiefste Deutschland zurück. Anstatt bayerischem Gejodel läuft allerdings moderne Musik.

Das Beer Museum Kutaisi serviert feinstes Weihenstephan Bier. Wer länger in Georgien unterwegs ist, hat sicherlich schon festgestellt, dass der Wein besser als das nationale Bier schmeckt. Achja, Wein kann man natürlich auch bestellen. Übrigens ist jeder Tisch mit einer Klingel ausgestattet. Durch Auslösen kommt der Kellner. Die Verständigung auf Englisch ist kein Problem. 

Im Beer Museum kann man außerdem typische georgische wie auch internationale Speisen genießen. Die Khinkali waren zumindest sehr lecker bei meinem letzten Besuch. Die Portionen sind allgemein großzügig. Ebenfalls finde ich das Preis-/Leistungsverhältnis sehr gut. Auch die Tatsache, dass das Beer Museum 24 Stunden täglich geöffnet hat, ist unschlagbar. Schon mal nachts um 3 Uhr Khinkalis bestellt? In Georgien ist es möglich. 

Cafe Argo

cafe argo
Cafe Argo

Das Cafe Argo ist eigentlich kein reines Café, sondern ein nettes Restaurant am Fluss Rioni. Neben einem Sitzbereich direkt am Fluss, kann man auch im Garten sowie im Innenbereich sitzen. Am Fluss kann es am Abend etwas kühler werden, weshalb der geschützte Gartenbereich besser geeignet ist. Gegen Abend ist die Flussnähe hingegen sehr idyllisch und angenehm. Komischerweise bevorzugen die Einheimischen stets den Garten, wie ich bei meinen Besuchen stets feststellen konnte. 

Allgemein wirkt das Cafe Argo sehr gepflegt und einladend. Bei all meinen Besuchen in Kutaisi habe ich etwas dort gegessen. An jedem Tisch befindet sich eine Funkklingel, mit der man den Kellner rufen kann. Mehrere Kellner sprechen gutes Englisch, weshalb die Kommunikation kein Problem darstellt. 

Das Essen an sich ist sehr lecker. Ich habe bereits Ojakhuri sowie auch Imeretian Pizza und einen georgischen Salat im Cafe Argo gegessen. Khinkali gibt es leider keine. Dafür leckere Desserts und Heißgetränke. 

  • Adresse: Cafe Argo
  • Öffnungszeiten: 11.30 bis 24.00 Uhr

Hoegaarden-Kutaisi

Das Hoegaarden in Kutaisi ist nach der gleichnamigen belgischen Brauerei benannt. Allerdings serviert das beliebte Restaurant noch mehr als nur Bier. Die Innenausstattung ist sehr modern eingerichtet. An der Decke hängen etwas abstrakte Lampen. Allgemein herrscht eine tolle Atmosphäre. 

Neben dem leckeren georgischen Essen, kann man auch Biersnacks wie Pommes, Würste und Chicken Wings bestellen. Ebenfalls stehen diverse Suppen sowie auch Pasta auf der Menükarte. Alles, was ich bestellt habe, war immer sehr lecker. 

Besonders erwähnenswert ist auch das Servicepersonal. Im Hoegaarden klappt die Kommunikation auf Englisch. Außerdem können die Kellner Fragen zum Essen beantworten. Wer kein Problem mit der teilweise lauten Musik und den etwas überdurchschnittlichen Preisen hat, kann hier lecker Essen gehen.

  • Adresse: Tsisperi Kantselebi Street, Kutaisi, Georgien – Hoegaarden-Kutaisi
  • Öffnungszeiten: 10.00 bis 23.00 Uhr täglich 

Bakery Sanimusho

Bakery Sanimusho
Bakery Sanimusho

Die Bakery Sanimusho erinnert mich an eine Milchbar in Polen. Eine Milchbar war in früheren Zeiten ein Ort, an dem das breite Volk günstig essen gehen konnte. In der Bakery Sanimusho ist dies möglich. Während der Küchenbereich etwas alt erscheint, hat man den Sitzbereich modernisiert. 

Neben traditionellem Teiggebäck gefüllt mit Käse oder Bohnen, kann man auch Wraps, Croissants, diverse Kuchen, Torten oder leckere Cookies sowie Brote bestellen. Dazu gibt es Tees oder Kaffeespezialitäten.

Bakery Sanimusho 2
Bakery Sanimusho

Neben der Haupttheke ist auf der linken Seite eine weitere Theke vorhanden. Dort gibt es leckere Reisgerichte, Gemüsesorten, gefüllte Paprika und Salate die man sich zusammenstellen kann. Alles schmeckt sehr lecker und frisch. Und vor allem macht es satt!

Die Preise im Sanimusho sind außerdem sehr günstig. Bei meinen Besuchen habe ich überwiegend Einheimische dort sitzen sehen. An der Kasse kann man auch mit Kreditkarte bezahlen. Die Verkäuferin spricht zwar kein Englisch aber mit Händen klappt die Verständigung irgendwie.

  • Adresse: N16, Tamar The Queen St, Kutaisi 4600, Georgien – Bakery Sanimusho
  • Öffnungszeiten: 09.00 bis 22.00 Uhr täglich

Häufige Fragen rund um Kutaisi

Wie reist man am besten nach Kutaisi?

rioni bahnhof
Der Bahnhof Rioni befindet sich 10 Kilometer südlich von Kutaisi

Viele Touristen aus Deutschland und Osteuropa reisen mit der Billigairline Wizzair nach Kutaisi. Die ungarische Fluggesellschaft bietet günstige Direktflüge an. Je nach Abflugort beträgt die Flugzeit ungefähr drei bis dreieinhalb Stunden von Deutschland nach Kutaisi. 

Der Flughafen Kutaisis liegt allerdings circa 25 Kilometer außerhalb des Zentrums. Eine Fahrt mit dem Bolt Taxi sollte nicht mehr als 25 Lari (= 9 Euro) kosten. Vor der Pandemie sind auch Minibusse in die Stadt gefahren. Aktuell im Juli 2023 existiert diese Verbindung nicht. Weiterhin kann man vom Flughafen Kutaisi direkt mit dem Minibus nach Batumi oder Tiflis weiterfahren. Wer es nach Ankunft nicht eilig hat, kann auch an die Hauptstraße laufen und eine vorbeifahrende Marshrutka um eine Mitnahme ins Zentrum Kutaisis bitten.

Kutaisi verfügt ebenfalls über mehrere Zugstationen. Vom neuen Bahnhof, der nur 800 Meter vom Flughafen liegt, fahren Züge in 1:50h nach Batumi. Nach Tiflis dauert die Fahrt circa vier Stunden. Vom Bahnhof Kutaisi I fährt auch ein langsamerer Zug täglich in 5:19h nach Tiflis. 

Etwa zehn Kilometer südlich von Kutaisi liegt die Zugstation Rioni. Von dort fahren ebenfalls mehrere Züge täglich in die Hauptstadt Georgiens. Die Fahrt ist mit 3:30 h bis 4:30 h etwas schneller. 

Wie lange sollte man in Kutaisi bleiben?

Im Vergleich mit Batumi oder Tiflis, empfängt Kutaisi weniger Touristen. Die meisten nutzen Kutaisi nur als Transitort, dabei hat die Kleinstadt so viel zu bieten. 

Ich würde mindestens zwei bis drei Tage in Kutaisi bleiben, um die Altstadt und das Umfeld zu erkunden. Neben Kutaisi selbst lohnen sich Ausflüge nach Tskaltubo, Okatse Canyon oder zu den umliegenden Klöstern und der Prometheus Tropfsteinhöhle. 

Wo kann man in Kutaisi übernachten?

In Kutaisi gibt es mittlerweile zahlreiche Privatunterkünfte, Pensionen und auch mehrere Hotels. Aufgrund der Erweiterung der Flugverbindung nach Europa, kommen immer mehr Gäste und machen Halt in Kutaisi. Dies ist übrigens auch an den Übernachtungspreisen zu spüren. Während ich im Peradia Guesthouse im Juni 2021 noch 20 Euro im Doppelzimmer bezahlt habe, kostet die Nacht mittlerweile 28 Euro. Stolze 30 Prozent mehr! 

Bei meinem Besuch im Juni 2023 habe ich im sauberen Kvara´s House übernachtet und 20 Euro bezahlt. Die Unterkunft liegt auf einem Hügel, etwa zehn Fußminuten vom Zentrum entfernt. Der Rückweg ist leicht anstrengend, vor allem wenn man zu viel Wein getrunken hat.🙂 Im Übrigen sind noch viele weitere Unterkünfte für 15 bis 20 Euro zu haben. 

Eine Übernachtung in einem Mittelklasse Hotel Kutaisis kostet circa 30 bis 40 Euro. Im 4-Sterne Best Western kann man für 100 Euro inklusive Frühstück übernachten. 

Wann ist die beste Reisezeit für Kutaisi?

reisezeit kutaissi
Kutaisi ist zu jeder Jahreszeit eine Reise wert

Generell kann Kutaisi das ganze Jahr über bereist werden. Ich war bereits im Sommer, sowie auch im Winter in Kutaisi. Keine Sorge, die meisten Unterkünfte verfügen über eine gute Heizung, weshalb auch ein Besuch im Winter angenehm ist. Zudem sind die kälteren Monate mit Tagestemperaturen von knapp 10 Grad Celsius sehr mild in Kutaisi. Lediglich nachts wird es mit 3 bis 5 Grad Celsius etwas kälter. 

Im Sommer liegen die Temperaturen um die 25 bis 30 Grad Celsius. Nachts kühlt es dann auf 18 bis 20 Grad Celsius ab, was ein gutes Schlafen möglich macht. Zudem sind viele Unterkünfte mit einer Klimaanlage ausgestattet. Am meisten Regen fällt übrigens zwischen November und Januar. Aber auch in den anderen Monaten sowie im Sommer kommt Regen vor. Dies hat der Kaukasus eben so an sich. 

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