Amritsar: Goldener Tempel im Bundesstaat Punjab

wagah border indien
Auf nach Indien

Amritsar liegt im indischen Bundesstaat Punjab. Die Stadt ist vor allem für ihre Sehenswürdigkeiten, dem goldenen Tempel und wegen des Sikhismus bekannt. Für uns war Amritsar die erste Anlaufstelle, als wir von Pakistan über die Wagah-Border nach Indien eingereist sind. Noch bevor wir das Grenzgebäude verlassen durften, wurden wir nicht nur ausgefragt, sondern auch unser Gepäck aufwändig durchsucht.

Die indische Beamtin wollte wissen, wie es in Pakistan war und wie die Menschen dort sind. Aufgrund unserer rein positiven Erfahrungen konnte ich wirklich nichts Schlechtes über Pakistan behaupten. An dieser Stelle merkten wir, dass das Verhältnis beider Staaten immer noch sehr angespannt ist. Was wir Touristen damit zu tun haben, weiß ich allerdings nicht. Vermutlich ist jeder hoch bedrohlich, der aus dem Nachbarland einreist. 

Die Fahrt von der Wagah-Border nach Amritsar

Nachdem wir das Grenzgebäude endlich verlassen konnten, wurden wir auch schon von den ersten Taxifahrern “belagert”. Für mich war es bereits das zweite Mal in Indien und ich habe schon erfahren, wie gewisse “Dinge” dort ablaufen. Nun, ich kann gleich sagen, einfach ist Indien nicht zu bereisen. 

Da ich nicht mit den extraorbitant hohen Taxipreisen für die Fahrt nach Amritsar einverstanden war, ließen wir uns lediglich bis zur Bushaltestelle fahren. Diese war etwa vier Kilometer weg, etwas zu weit, um das gesamte Gepäck zu schleppen. 

An der Bushaltestelle angekommen, kam auch schon bald der alte klapprige Bus. Im Gegensatz zu Pakistan war in Indiens Amritsar alles bunt geschmückt. Selbst in den Bussen hingegen die blumenartige Dekoration, die ähnlich aussahen wie Girlanden zur Fastnacht. 

Für die knapp 30 Kilometer lange Fahrt nach Amritsar wollte man pro Person 35 indische Rupies von uns. Dies waren im Januar 2020 umgerechnet etwa 40 Cent. Ganz schön günstig, dachte ich mir. Als es dann um das Wechselgeld ging, musste ich den Busbegleiter mehrmals “nerven”. Irgendwann verstand er, dass es an diesem Tag kein Wechselgeld gab und rückte die restlichen 30 Rupies raus. 

Ein weiteres unschönes Erlebnis hatte ich mit meinem Sitznachbarn. Ein älterer Herr versuchte die ganze Zeit an meinen Hintern zu fassen. Ob das nun Absicht war oder nicht, will ich ihm nicht unterstellen. Zumindest ist es mehrmals passiert und ich war froh, endlich in Amritsar aussteigen zu dürfen. 

Hotelsuche in Amritsar

Unsere ersten Eindrücke von Amritsar: Es war schmutzig, extrem schmutzig! Obwohl ich das zweite Mal in Indien war, hatte ich eine Art Kulturschock. Ich möchte nicht behaupten, dass Pakistan ein sauberes Land ist, aber Indien ist einfach eine Nummer härter. Mit unserem Gepäck liefen wir von Hotel zu Hotel, bis wir endlich eine Bleibe fanden. Es war schwierig, etwas halbwegs sauberes zum fairen Preis in Amritsar zu finden. 

Entweder waren die Bettlaken zu schmutzig, keine Fenster im Zimmer oder Schimmel im Bad. Nach drei Fehlschlägen mussten wir unser Budget auf etwa 25 Euro erhöhen. Im Grunde genommen ist dies natürlich supergünstig. Wenn man aber länger unterwegs ist, achtet man mehr aufs Budget. Dass wir aber in einem der “besseren” Hotels übernachteten, war später mein Glück…

Sim-Karten Kauf in Amritsar

airtel amritsar
Airtel und die Tarife

Wie in jedem neuen Land, haben wir uns auch in Indiens Amritsar auf die Suche nach einer Sim-Karte gemacht. Ich kann schon vorab sagen: “It was a f**king” nightmare”. Oh mein Gott!! Wir entschieden uns für den Anbieter Airtel, der im Grunde genommen auch nicht schlecht war. 

Aber der Prozess, in Indien eine Sim-Karte zu erhalten, war sehr, ich meine sehr nervenaufreibend. Es gibt Länder, da kauft man eine Sim, steckt sie ein und fertig. Keine Registrierung, kein Nichts. In anderen Ländern muss man die Sim-Karte registrieren. Dies kann zwischen fünf und zehn Minuten dauern. Aber Indien toppt einfach alles. 

Nicht nur, dass der Angestellte ein Bild von uns machen musste, sondern auch von sich. Die Telefongesellschaft und vermutlich die indische Behörde wollte einfach alles wissen. Man muss sich das wie die Beantragung eines indischen Visums vorstellen. Fragen über Fragen, die keinen Sinn machten. Während wir in Karachi noch einen Tee serviert bekamen, ärgerten wir uns in Amritsar um den langen Prozess. 

In der Zwischenzeit bin ich losgegangen und habe nach einem funktionierenden Geldautomaten gesucht. Karina wartete auf die Freischaltung der Sim-Karte. Nachdem ich etwa fünf oder sechs Geldautomaten ohne Erfolg besucht hatte, bin ich zurück zum Airtel-Laden. Da saß Karina immer noch und wartete auf die Freischaltung. Nach langen drei!!! Stunden waren dann endlich beide Sim-Karten aktiviert. Unser Tarif enthielt jeden Tag 2 Gigabyte. Also 60 Gigabyte im Monat für umgerechnet ungefähr sieben Euro. Welcome to Incredible India! 

Golden Temple in Amritsar

golden temple
Golden Temple von Amritsar bei Sonnenuntergang

Am nächsten Morgen stand der Besuch von Amritsar und des goldenen Tempels an. Schließlich ist die Stätte das spirituelle Zentrum des Sikhismus. Harmandir Sahib, so heißt der Goldene Tempel, ist ein wahres Meisterwerk. Die Anlage wurde im 16. Jahrhundert errichtet. 

Um die Anlage betreten zu dürfen, muss man am Eingang seine Schuhe und Socken ablegen und eine Kopfbedeckung aufsetzen. Für die Aufbewahrung der Schuhe stehen rund um den Tempel mehrere Regale bereit. 

Vor dem Betreten läuft man durch eine Art Becken, um seine Füße zu “reinigen”. Mit 16 Grad Celsius Tagestemperatur war es Karina zu kalt für diese Art von Besichtigung und sie wartete brav draußen. Der Bereich um den Tempel sowie die Anlage selbst ist außerdem unglaublich sauber.

Nach dem Betreten der Anlage machten mich mehrere Männer auf meine fehlende Kopfbedeckung aufmerksam, oops! Glücklicherweise lag in der Nähe ein oranges Kopftuch, welches ich mir von anderen Besuchern um meinen Kopf binden ließ. Alleine wäre dies vermutlich unmöglich gewesen. 

Harmandir Sahib
Harmandir Sahib in der local language

Die Architektur des Goldenen Tempels ist eine Mischung verschiedener Stile. Während die Grundstruktur und das Design stark von der traditionellen indischen Tempelarchitektur beeinflusst sind, zeigen die Kuppeln und Bögen des Tempels auch Einflüsse aus der islamischen Architektur.

Die wichtigste Stätte des Gebäudekomplex befindet sich in der Mitte. Dort thront der goldene Tempel in seiner majestätischen goldenen Farbe. Der obere Teil des Tempel soll übrigens tatsächlich mit echtem Blattgold bedeckt sein. Aufgrund der langen Warteschlange habe ich ihn letztendlich aber nicht betreten. Die besten Fotos entstehen vor allem früh am Morgen oder beim Sonnenuntergang, wenn der Tempel im untergehenden Licht erscheint. 

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Lange Wartezeiten vor der heiligsten Stätte des Sikhismus

Schon der Besuch der großen Anlage mit ihren weißen Gebäuden und dem großen, heiligen Teich in der Mitte ist ein Highlight. Nach der Religion der Sikhs verfügt der Nektarsee (Amrit Sarovar) über Heilkräfte

Wer darin badet oder davon trinkt, verbessert sein Karma  – so sagt man. Als Tourist würde ich dies nicht ausprobieren, es sei denn du möchtest Magenprobleme. 🙂

Im Teich spiegelt sich übrigens die goldene Fassade des Tempels wider. Der Rest des Tempelkomplexes ist aus weißem Marmor gebaut und mit Edelsteinen besetzt. 

Während meines Besuchs halten außerdem die melodischen Klänge der Gurbani-Kirtans. Ich würde die Musik als beruhigend, meditativ beschreiben. Mich haben sie zumindest nach dem Lärm im restlichen Amritsar sehr beruhigt. 🙂 Die Melodien sind übrigens auch in vielen Teilen der Altstadt zu hören. 

Sri Harmandir Sahib
Auch ein Teil der Tempelanlage

Im Tempelkomplex befindet sich außerdem eine Halle, in der kostenlos Mahlzeiten an alle Besucher ausgeteilt werden. Wer Lust hat, darf in der Küche übrigens Freiwilligenarbeit leisten. Es ist ohnehin unglaublich, dass täglich bis zu 100.000 Gerichte in der Großküche zubereitet werden.

Außerdem dürfen Pilger in speziell dafür vorgesehenen Räumen übernachten. Die Gastfreundschaft der Sikhs ist wirklich beeindruckend. Religion, Rasse oder soziale Status ist gleichgültig. Die Offenheit der Sikhs spiegelt sich auch an den vier Eingängen des Tempels wider. Bildlich bedeutet dies, dass alle Menschen aus allen Himmelsrichtungen willkommen sind. 

Amritsars Altstadt

altstadt von amritsar
©sagjass – Pixabay.com

Die Gegend rund um den goldenen Tempel ist von engen, verwinkelten Gassen gesäumt. Außerdem ist der Bereich überwiegend fußläufig, was tatsächlich eine Besonderheit in Indien ist. Zudem wird die Innenstadt sehr sauber gehalten. In der Nähe des Tempels ist außerdem das Rauchen sowie der Genuss von Alkohol nicht gerne gesehen, im Tempel gänzlich verboten.

Wer mit einem Tuk-Tuk ankommt, muss bis zum Eingang des goldenen Tempels häufig noch zehn Minuten laufen. In den Gassen der Altstadt gibt es jede Menge Basare, auf denen man nicht nur Schmuck und Kleidung, sondern auch Streetfood kaufen kann.

Amritsar ist außerdem bekannt für seine Kulchas, also gefüllte Fladenbrote mit unterschiedlichen Zutaten. Auch Saag Paneer ist ein traditionelles Gericht aus  Senfblatt-Curry und Käse in Amritsar. Ebenfalls zählen Makhani Dal (aus Linsen), Chole (Kichererbsen) und Firni (Milchreis) zur heimischen Punjab-Küche. Zum Trinken gibt es süßlichen oder salzigen Lassi, den man aber in ganz Indien bestellen kann. 

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Gefüllte Kulchas sind typisch im Bundesstaat Punjab

Eine Besonderheit ist in der Altstadt von Amritsar. Und zwar gibt es dort einen vegetarischen McDonalds, der wirklich ausschließlich vegetarische Gerichte serviert. Aloo, also ein Burger mit einem Kartoffelpatty ist aber gar nicht mal so schlecht. Nur über die zu scharfe Soße habe ich mich geärgert. Tja, “India is the land of spices” – hat mir mal einer geflüstert. 

mc donalds vegetarian

Massaker von Amritsar – Jallianwala Bagh Massaker

Viele Touristen besuchen Amritsar, ohne jemals vom Massaker gehört zu haben. Im frühen 20. Jahrhundert wuchs in Indien der Widerstand gegen die britische Kolonialherrschaft. Das damalige Rowlatt-Gesetz von 1919 erlaubte den Briten jeden zu verhaften und ohne Gerichtsverfahren festzuhalten. Die Folge waren landesweite Proteste und Unruhen.

Das besagte Massaker fand am 13. April 1919 statt, als sich Tausende von Menschen im Jallianwala Bagh Park für das punjabische Erntedankfest zu versammeln. Viele waren sich nicht bewusst, dass die britische Verwaltung Versammlungen verboten hat.

Während des Festes ordnete der britische Militärkommandant Dyer seinen Soldaten an, ohne Vorwarnung auf die Menge zu schießen. Die Schießerei dauerte etwa zehn Minuten, bis die Munition erschöpft war. Offiziellen Zahlen zufolge wurden beim Massaker 379 Menschen getötet und mehr als 1.000 verletzt. Indische Quellen behaupten, dass die Zahlen viel höher waren.

Das Massaker löste in ganz Indien Empörung und Entsetzen aus. Mahatma Gandhi, der damals schon für die indische Unabhängigkeit kämpfte, startete den Non-Cooperation Movement. In Großbritannien wurde Dyer kritisiert, aber auch von einigen Teilen der Gesellschaft und der Presse gelobt. Er wurde jedoch von seinem Posten entlassen und kehrte nach England zurück.

Heute dient der Jallianwala Bagh Gartenpark als nationales Denkmal zur Erinnerung an die Opfer des Massakers. 

Welche Religion dominiert in Amritsar?

In Amritsar sind in der Gegenwart knapp 50 Prozent der Bewohner Sikhs. Die andere Hälfte besteht aus Hindus. Gering ist der Anteil an Muslime, Christen und anderen Religionsgemeinschaften. 

Noch vor der Teilung Indiens im Jahr 1947 hatte die Stadt eine bedeutende muslimische Bevölkerung, die nach der Teilung größtenteils nach Pakistan migrierte. Muslime flohen hingegen in die entgegengesetzte Richtung nach Pakistan. Zuvor war die Stadt als wichtiger Knotenpunkt im Punjab bekannt. 

Kurze Zusammenfassung des Sikhismus 

Sikhismus
©travelphotographer – Pixabay.com

Der Sikhismus entstand im späten 15. Jahrhundert in Punjab. Er wurde von Guru Nanak Dev Ji gegründet. Des Weiteren gab es noch neun andere Gurus. Jeder Guru trug zur Entwicklung der Religion und ihrer Lehren bei.

Zu den drei Grundprinzipien des Sikhismus gehören:

  • Naam Japna (Gottes Namen rezitieren)
  • Kirat Karni (ehrlich arbeiten)
  • Vand Chakna (Teilen und Selbstlosigkeit)

Außerdem müssten getaufte Siks Folgendes tragen:

  • Kesh (ungekürztes, aber gepflegtes Haar)
  • Kara (ein Stahlarmreif)
  • Kanga (ein Holzkamm)
  • Kachera (kurze Baumwollunterwäsche)
  • Kirpan (ein langer Dolch)

In der Fußgängerzone von Amritsar können die oben genannten Gegenstände des Sikhismus gekauft werden. Besonders beliebt bei Touristen ist der stählerne Armreif. 

Der Sikhismus betont die Gleichheit aller Menschen, unabhängig von Geschlecht, Rasse oder sozialem Status. Dies zeigt sich im Prinzip des Langar, einer Gemeinschaftsküche, in der alle Menschen zusammen essen.

Mehr über den Sikhismus erfährt man auch beim Besuch des in der Tempelanlage enthaltenen Sihk Museum.

Mein unschönes Erlebnis in Amritsar 

Nach dem Besuch des Goldenen Tempels war es Zeit die kulinarische Seite Amritsars kennenzulernen. Da vor allem Touristen immer wieder Magenprobleme in Indien erfahren, suchte ich mir ein gut bewertetes Restaurant auf Google aus. 

Ich weiß nicht mehr den Namen des Restaurants, aber es hatte damals eine Gesamtbewertung von 4,7. Zudem war der Andrang besonders groß. Neben Touristen waren auch zahlreiche Inder im besagten Restaurant. Unser Essen bestand aus Reis, Paratha und Curry und schmeckte auch ziemlich lecker. 

Was nun kommt, kannst du dir sicherlich vorstellen. Bereits wenige Stunden später am selben Abend meldete sich mein Magen und das Essen wollte heraus. Doch dabei blieb es leider nicht. 3!! Tage lag ich flach mit einer heftigen Magenverstimmung. Ich wollte weder Essen noch Trinken. 

Karina besorgte mir Medikamente aus der Apotheke, wodurch es später endlich besser wurde. Auf der gesamten Reise durch Irak, Iran und Pakistan hatte ich nicht mal im geringsten Magenprobleme, bis ich in Indien ankam. Die Wochen darauf achtete ich wirklich sehr darauf, was ich zu mir nahm. Karina hatte hingegen keinerlei Beschwerden – wirklich seltsam!

Ausflüge in der Nähe Amritsar

Wagah-Border Zeremonie

wagah border zeremonie
©peteranta – Pixabay.com

Wer von der pakistanischen Seite aus kommt, sollte sich unbedingt die Wagah-Border Zeremonie anschauen. Leider waren wir zu früh an diesem Tag und hatten auch keine Lust mehr, die 30 Kilometer zurückzufahren. So verpassten wir die Zeremonie an der Grenze. 

Die Militärparade zieht seit 1959 jeden Abend auf beiden Seiten ein großes Publikum an. Während der Zeremonie werden die Flaggen beider Länder gehisst und Musik dazu gespielt. 

Dabei marschieren die Soldaten beider Länder, die Border Security Force (BSF) für Indien und die Pakistan Rangers für Pakistan, in einer choreographierten Demonstration von Stärke und Stolz. Trotz der Machtdemonstration gibt es Momente der Handshakes und Höflichkeit zwischen den Soldaten. Beim Anschauen von Youtube-Videos ist mir stets aufgefallen, dass die indischen Soldaten kleiner sind, als die auf der pakistanischen Seite. 🙂

Nach dem 45 minütigen Spektakel schließen die Tore beider Länder und somit auch die Grenzen.

Häufig gestellte Fragen rund um Amritsar

Wann ist die beste Reisezeit für einen Besuch des goldenen Tempels?

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Für 25 Euro kann man in Amritsar bereits relativ komfortabel übernachten

Generell ist Amritsar heiß wie viele andere Städte in Indien. Die Besonderheit ist aber, dass die Regenzeit auf den europäischen Sommer fällt. Besonders zwischen Juli und August kommt es teils zu heftigen Monsunen. Die beste Reisezeit für Amritsar ist meiner Meinung nach zwischen November und März. Dann liegen die Tagestemperaturen nur bei etwa 25 Grad Celsius am Tage.

Im Januar und Februar können die Temperaturen hingegen darunter liegen. Während unseres Besuchs Anfang Januar war es tagsüber teilweise “nur” 15 Grad Celsius mild. Außerdem hatten wir mehrere Tage lang für den Monat Januar untypischen Regenfall. 

In den Monaten April bis Juni können die Tagestemperaturen zwischen 35 und 40 Grad Celsius erreichen. Der anschließende monsunartige Regen im Juli und August sorgt für etwas Abkühlung bei dennoch weiterhin hohen Temperaturen. Im September und Oktober gehen die Regenfälle deutlich zurück. Wer mit der Hitze gut klar kommt, kann den goldenen Tempel auch während der Herbstzeit besuchen.

Wie reist man am besten nach Amritsar?

Wer nicht wie wir von Pakistan aus nach Indien anreist, hat andere Möglichkeiten nach Amritsar zu reisen. Die Stadt verfügt über einen Flughafen, der etwa zehn Kilometer nördlich des Zentrums liegt. Besonders bequem ist die Anreise also mit dem Flugzeug. Täglich gehen zahlreiche Flüge von Delhi, Indiens Hauptstadt, nach Amritsar. Während der Flug nur knapp eine Stunde dauert, benötigt man mit Zug oder Bus zwischen sechs und acht Stunden für die Anreise. Klar, die Fahrt auf Rädern oder Schienen ist deutlich günstiger. 

Da ich nach drei Tagen heftigen Durchfall die Schnauze voll hatte, buchte ich am gleichen Morgen einen Flug nach Goa mit Zwischenstopp in Delhi. Statt etwa 24 Stunden im Zug, dauerten die beiden Flüge zusammen nur etwa zweieinhalb Stunden. 

Wie lange sollte man sich für die Stadt Amritsar Zeit nehmen?

Ich empfehle mindestens einen vollen Tag mit Übernachtung in Amritsar zu verbringen. Am besten hast du so viel Zeit, um den Golden Temple nicht nur am Tage, sondern auch nachts zu besuchen. Letzteres war mir aufgrund meiner Magenbeschwerden nicht möglich. 

Wer weitere Sehenswürdigkeiten wie den Jallianwala Bagh Park, das Sikh-Museum, die Altstadt sowie die Wagah-Grenzzeremonie sehen möchte, sollte zwei bis drei Tage einplanen. Neben den genannten Highlights bietet Amritsar auch Sehenswertes wie das Maharaja Ranjit Singh Museum oder den Durgiana Tempel.

Gibt es Alkohol in Amritsar?

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Alkohol ist ziemlich teuer in Amritsar

Alkohol wird in Amritsar, sowie eigentlich in ganz Indien, nur in speziellen Liquor- und Wine-Shops verkauft. Im Gegensatz zu den anderen Bundesstaaten sind die Alkoholläden in Punjab in privater Hand. Aus diesem Grund können die Händler auch Mondpreise verlangen. Vermutlich hat das auch damit zu tun, dass der Sikhismus die vorherrschende Religion in Amritsar ist. Diese Religion verbietet den Konsum von Alkohol. 

Als ich das erste Mal nach unserer Pakistanreise Lust auf ein Bier verspürte, traute ich meinen Augen nicht. So kostete eine Bierdose umgerechnet etwa drei Euro. Da ich bereits vier Jahre zuvor in Indien war, konnte ich mir eine Verdreifachung des Preises nicht erklären. Daraufhin erfuhr ich, dass alle Wine-Stores in Punjab privat sind.

Jeder kann also verlangen, was er möchte. Aus diesem Grund ist Alkohol nicht nur in Amritsar, sondern im gesamten Punjab sehr teuer. In anderen Bundesstaaten wie Goa ist Alkohol hingegen spottbillig. 

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