Tiflis: Sehenswürdigkeiten in der Hauptstadt Georgiens

tbilisi georgia
Tbilisi Georgien

Ich muss gestehen, die Ankunft in Tiflis, Georgien war etwas rau und vor allem windig. Ich war das erste Mal in der Stadt und auch in der Region des Kaukasus. Endlich im Airbnb angekommen, musste ich feststellen, dass das gesamte Gestell samt Matratze gewackelt hat. Als ich dann die Matratze herausgenommen habe, sah ich, dass man einen Stapel Bücher darunter gestellt hat. 

Obendrauf lief das Wasser für etwa zwei Stunden, danach wurde es abgestellt. Und zwar nicht nur in meinem Airbnb, sondern im gesamten Viertel. Willkommen in Tbilisi! Was ein Empfang im neuen Land Georgien – oh man! 

Da sich die Vermieterin zu keiner Lösung bereit erklärte und angeblich nichts vom Zustand des Bettes wusste, wandte ich mich an den Support von Airbnb. Der Inder am Telefon konnte mir nicht wirklich weiterhelfen und meinte, die Vermieterin müsste zustimmen. 

Ist dies nicht der Fall, würde ich bei einer Stornierung auf meinen Kosten sitzen bleiben. Dies war glücklicherweise die einzige schlechte Erfahrung, die ich mit Airbnb hatte. Im Laufe meines Aufenthalts in Tiflis habe ich dann herausgefunden, dass das Wasser in der georgischen Hauptstadt öfter einfach so abgestellt wird. Angeblich würde man die alten Wasserrohre gegen neue austauschen. 

Meine ersten Eindrücke von Tiflis in Georgien

blick auf tiflis
Blick auf Tiflis

Nach der schlechten Erfahrung gleich nach Ankunft in Tiflis machte ich mich auf die Suche nach etwas Essbarem im Zentrum. Gesagt, getan, bei Pasanauri habe ich mir Khinkali mit Fleischfüllung und ein Khachapuri bestellt. 

Das georgische Essen ist wirklich lecker und macht vor allem satt. Damals im Mai 2021 bekam ich für 1 Euro etwa 4,10 Lari. Es war soooo günstig in Georgien. Heute in 2024 ist die Währung stärker geworden und der Wechselkurs beträgt “nur” noch 2,90 Lari für einen Euro. 

Nach der leckeren Mahlzeit ging ich auf Erkundungstour. In einer neuen Stadt laufe ich besonders viel durch die Gegend, um viele Eindrücke aufzunehmen. Neben alten und heruntergekommenen Sovietgebäuden standen auch immer wieder neue Gebäude in Tbilisi.

Die Stadt scheint langsam zu florieren, dachte ich mir damals. Besonders interessant war für mich zu Beginn die Schriftart. Diese komischen Kreisel und Fantasiebuchstaben sollen die Georgische Sprache sein?

Rundgang durch Tbilisi

Mir ist sofort aufgefallen, dass die Stadt wie in einem Kessel liegt. Liegt und rechts von kargen Bergen umrundet liegt Tbilisi im Tal. Blauer Himmel und grüne, blühende Natur. Für jemanden, der über einen Monat im Süden der Türkei unterwegs war, ist dies ein ungewöhnlicher Anblick. 

Zudem war es bedeutend kühler, aber angenehm mild in Tbilisi. Im Rike Park gab es einen großen weißen Heißluftballon, mit dem man in den Himmel Tbilisi aufsteigen konnte. Die Stadt von oben sehen, wollte ich zu diesem Zeitpunkt nicht. 

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Neben der Festung Narikala entdeckte ich die alten Thermalbäder Tbilisi mit den typischen Dachkuppeln. Diese Gegend ist für ihre Hamam und Badehäuser bekannt. Übrigens leitet sich das georgische Wort Tbilisi von “warmer Quelle” ab. Der Name bezieht sich auf das bis zu 47 Grad Celsius heiße kohlensäurehaltige Schwefel-Quellwasser, das aus dem Mtazminda-Berg sprudelt. Das heiße Wasser wird in den Badehäusern genutzt. 

In der Nähe schmücken typisch georgische Holzhäuser mit ihren kleinen Balkonen und Holzverzierungen die Gegend. Um die Stadt herum auf den Hügeln gelegen, konnte ich außerdem zahlreiche orthodoxe Kirchen in typischer Bauweise sehen. 

Karte mit Aktivitäten und Sehenswürdigkeiten in Tiflis

Die nachfolgende Karte hilft dir bei der Planung deiner Reise nach Tiflis. Neben den hier aufgeführten Sehenswürdigkeiten, enthält sie auch Restaurants-Tipps sowie Hinweise zu Wegpunkte zu öffentlichen Verkehrsmitteln.

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Tiflis: Sehenswürdigkeiten und Highlights

Freiheitsplatz – Liberty Square

Auf dem großen Freiheitsplatz inmitten des Kreisverkehrs thront die 44 Meter hohe Säule des Schutzpatrons Georg. Der Platz stammt noch aus Zeiten der UdSSR. Unter der russischen Herrschaft hieß der Platz Leninplatz. Außerdem war er mit einer Lenin-Statue geschmückt. 

Heute bildet der das Ende der Flaniermeile Rustaveli. Außerdem liegen das Rathaus und das Theater dahinter. 

Jedes Jahr am 26. Mai wird der Freiheitsplatz und die umliegende Rustaveli Avenue zur Austragung des Unabhängigkeitstag genutzt. Zudem ist der Platz gelegentlich ein Ort für politische Veranstaltungen und Demonstrationen.

Seit 1967 verfügt der Liberty Square über eine Metrostation, die den gleichen Namen trägt. Oberhalb der Station befindet sich ein Einkaufszentrum mit Bekleidungsgeschäften, Kino und Restaurants. Direkt nebenan liegt das Freiheitstheater Tiflis. 

Rustaveli Avenue

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Rustaveli Metrostation

Die Rustaveli Avenue ist eine der Hauptverkehrsadern in Tiflis. Damit ist sie leider stark befahren und somit ist es ziemlich laut bei einem Spaziergang. Georgier sind leider nicht für einen sanften und langsamen Fahrstil bekannt. 

Noch dazu ist vermutlich die Hälfte der Auspuffanlagen defekt. Die Rustaveli Avenue erstreckt sich vom Freiheitsplatz bis hin zur gleichnamigen Metrostation Rustaveli. 

Auf der 1,5 Kilometer langen Durchfahrtsstraße befinden sich wichtige Gebäude wie das georgische Parlamentsgebäude und das Nationalmuseum. Letzteres beherbergt eine umfangreiche Sammlung von Kunstwerken und historischen Artefakten. Auch das Opern- und Balletttheater von Tiflis sowie das Rustaveli-Kino sind hier angesiedelt. 

Die Gebäude auf der Rustaweli Straße sind teilweise im neoklassizistischen und im sowjetischen Stil

Etwas ruhiger ist es im Park des 9. April. Die Bezeichnung erinnert an den Aufstand vom 9. April 1989, bei dem 21 Demonstranten getötet wurden. Anschließend erlangte Georgien die Unabhängigkeit von der Sowjetunion. Die Grünflächen des Parks sind eine wahre Oase inmitten der lauten Stadt. An dessen Eingangsseite befindet sich auch die Nationalgalerie. 

Neben den bereits genannten Attraktionen befinden sich in der Rustaveli Avenue auch zahlreiche Cafés und Restaurants. Viele davon sind allerdings an Touristen gerichtet. Wer irgendwann Abwechslung vom georgischen Essen möchte, findet einen zweistöckigen McDonalds direkt neben der Rustaveli Metrostation. 

Rike Park

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Rike Park

Der Rike Park liegt im Herzen von Tiflis, am östlichen Ufer des Mtkvari-Flusses. Dort erstreckt er sich vom Europaplatz bis zur Friedensbrücke und noch etwas weiter. Der Rike Park ist wirklich gigantisch groß. 

Wenn du ihn von oben aus betrachtest, sieht er aus wie die Landkarte von Georgien. Er ist mit Wegen, Grünflächen und mehreren Springbrunnen und Fontänen geschmückt. Die gewundenen Wege sollen übrigens die einzelnen Regionen Georgiens darstellen. 

Bei einem Spaziergang im Rike Park kannst du die Altstadt Tiflis und das Umfeld betrachten. Ebenfalls sind Aktivitäten wie das Aufsteigen in einem Heißluftballon möglich oder Fahrrad fahren möglich. Für Kinder gibt es ebenfalls Spielflächen. 

Von der südlichen Seite aus kannst du mit der Seilbahn hoch zur Statue der Mutter Georgiens fahren. Von dort steigst du binnen weniger Minuten herunter zur Narikala Festung.

Im Rike Park befindet sich zudem eine Konzerthalle, in der regelmäßig Konzerte, Theateraufführungen und andere kulturelle Veranstaltungen stattfinden. 

Zu den schönsten jährlichen Veranstaltungen im Rike-Park ist das “Tbilisoba” im Oktober. Bei diesem Festival kannst du die traditionelle georgische Küche aus allen Regionen Georgiens probieren.

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©mostafa_meraji – Pixabay.com

Der Rike Park bietet außerdem direkten Zugang über die Friedensbrücke, die ein architektonisches Highlight für sich ist. Bei Dunkelheit ist die futurische Brücke mit dem wellenartigen Design mit Tausenden von LED-Lichtern beleuchtet. Ob diese Brücke wirklich zur historischen Altstadt passt, die gegenüberliegt? 

Weniger praktisch ist die Tatsache, dass es keine Schattenplätze im Rike Park gibt. Aus diesem Grund empfehle ich den Besuch am Morgen oder am späten Abend. Während der kälteren Jahreszeit kannst du ihn natürlich auch ganztags besuchen. 

Schwefel-Badehäuser Abanotubani

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Badehäuser Viertel Abanotubani

Tiflis ist bekannt für seine Schwefel-Badehäuser, die im Abanotubani Viertel liegen. Im Untergrund der Stadt sind heiße Schwefelquellen verborgen, die seit über 700 Jahren genutzt werden. Das Schwefel-Quellwasser strömt mit bis zu 47 Grad Celsius aus der Erde und wird für die umliegenden Badehäuser genutzt. Laut Ärzten soll dies gut für Hautkrankheiten, Knochenbeschwerden, urologischen Problemen und neurologischen Störungen sein.

Charakteristisch für Abanotubani sind außerdem die Ziegelkuppeln, die wie Maulwurfshügel aus der Erde ragen. Außerdem sticht das Orbeliani-Bad hervor, das mich mit seiner blau geschmückten Fassade und der arabischen Architektur an manche Plätze im Iran erinnert. 

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Neben den Badehäusern ist die Gegend rund um Abanotubani auch Heimstätte vieler nicht georgischer Volksgruppen. 

Während es im 13. Jahrhundert noch um die 65 Heilbäder gab, sind es heute noch etwa 8 Badehäuser. Einige Bäder wurden in touristische Spas umgewandelt. Bei anderen ist eine Mischung aus Einheimischen und Touristen zu sehen. 

Abanotubani tiflis
Abanotubani Tiflis

Die Bäder sind das ganze Jahr über geöffnet, für die Einheimischen handelt es sich jedoch eher um eine Winteraktivität. 

In den Sulphur-Bädern von Tiflis gibt es sowohl öffentliche Bäder als auch private Räume. Letztere sind ideal für Paare oder Gruppen, die das Badeerlebnis in einem privaten Raum genießen möchten.

Im Bezug auf das Schwefelwasser kann ich verstehen, dass nicht jeder den Geruch von faulen Eiern mag. Das Gleiche gilt für die Body-Scrub Behandlung. Wer ist nicht probiert, wird es allerdings nie herausfinden. 

Übrigens liegt direkt hinter den Badehäusern der Leghvtakhevi Wasserfall und ist binnen weniger Minuten zu Fuß zu erreichen. In der Gegend haben Einheimische ihre Shops aufgebaut und verkaufen lokale georgische Souvenirs. 

Mtatsminda-Park

Mtatsminda Park
Mtatsminda Park

Der Mtatsminda-Park liegt westlich, oberhalb der Stadt von Tbilisi auf einer Höhe von etwa 770 Metern. Durch seine erhöhte Lage bietet sich ein herrlicher Blick auf Tiflis, den Fluss Kura sowie die Umgebung. Gleich nebenan steht der 274 Meter hohe Fernsehturm, der oftmals als “Eiffelturm von Tiflis” bezeichnet wird. Er ist von überall aus der Stadt zu sehen, sogar bei Dunkelheit. 

Der Mtatsminda-Park ist eigentlich ein Vergnügungspark mit zahlreichen Attraktionen für Jung und Alt. Neben einem 80 Meter hohen Riesenrad gibt es ebenfalls eine Achterbahn, Karussells und andere Fahrgeschäfte.

Weiterhin kannst du deine Zeit in Restaurants, Cafés oder beim Stöbern in Souvenirläden verbringen. Besonders zur Abendzeit und am Wochenende ist viel los. Viele Familien und Freunde kommen in den Mtatsminda-Park, um den Sonnenuntergang zu sehen.

In unmittelbarer Nähe des Parks befindet sich der Mtatsminda Pantheon, ein Friedhof. Dort sind bekannte Persönlichkeiten aus Georgien begraben.

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Vom Riesenrad im Mtatsminda Park hat man einen fantastischen Blick auf Tbilisi

Um den Mtatsminda-Park zu erreichen, hast du mehrere Möglichkeiten. Sportliche und aktive Menschen können sich auf dem TV-Tower Trail auspowern. Ich rate dir allerdings zu festem Schuhwerk, da der Weg ganz schön steinig und anspruchsvoll ist. 

Für den Hike benötigst du etwa 45 Minuten. Etwas länger dauert die Wanderung von der unteren Seilbahnstation aus. Der Weg führt vorbei am Pantheon Tiflis, bis du schließlich auf das Restaurant „Funicular“ triffst. 

Eine alternative, anspruchsvollere Wanderung gelingt vom Schildkrötensee aus, der im Süden des Stadtviertels Vake liegt. 

Wer keine Lust auf sportliche Aktivitäten hat, nimmt einfach die Stadtseilbahn um den Mtatsminda-Park zu erreichen. Ebenfalls kannst du mit den Buslinien #90, #124, #170 und #171 anreisen. Taxis fahren auch zum Mtatsminda-Park. Am besten nutzt du dafür die Bolt-App. 

Kirchen und Denkmäler

Tiflis ist für seine beachtliche Zahl an Kirchen bekannt. Die religiösen Stätten thronen in der Regel oben auf dem Hügel und schauen in Richtung Stadt nach unten ins Tal. 

Sameba-Kathedrale

Sameba Kathedrale
Die Sameba Kathedrale ist fast von überall in Tiflis sichtbar

Die Sameba-Kathedrale ist auch als Heilige Dreifaltigkeitskathedrale von Tiflis bekannt. Sie liegt im östlichen Teil der Stadt und ist schon von weitem einsehbar. Aufgrund der Beleuchtung ist sie sogar bei Dunkelheit von weitem zu erblicken. Im Gegensatz zu vielen anderen Kirchen Georgien ist diese Stätte erst im Jahr 2004 zu Ende gestellt worden. 

Die Sameba-Kathedrale zeichnet sich durch ihre imposante Größe und die goldene Kuppel aus. Der Außenbereich und die umliegende Anlage sind sehr gepflegt. Von außen hat mir die Kirche sogar besser gefallen als von innen.

Leider hat mir eine lokale Frau beim Besuch im Juni 2021 versucht, Geld aus der Tasche zu ziehen. Sie wollte mich unbedingt durch die Kathedrale führen und fragte anschließend nach Geld für den georgischen Kindertag.

Aufgrund meiner Reiseerfahrung bin ich mir ziemlich sicher, dass es sich dabei um einen “Scam” handelte. Vor Kirchen und Tempeln befinden sich oft viele dieser inoffiziellen Guides. Außerdem sagte meine Google-Recherche im Anschluss, dass der Kindertag schon vorbei war. 

Metechi-Kirche

Metechi-Kirche
©Olga_Fil – Pixabay.com

Bei der Metechi Kirche handelt es sich um eine kompakte religiöse Stätte aus dem 13. Jahrhundert. Sie steht direkt an der Klippe des östlichen Flussufers des Mtkvari. Gleich nebenan befindet sich die gleichnamige Metechi-Brücke, die beide Seiten von Tiflis vereint. 

Das Gelände der Metechi Kirche bietet einen schönen Blick auf die Altstadt von Tiflis. 

Während die Außenwände aus Steinmauern gefertigt sind, ist das Innere der Kirche mit Fresken und Ikonen geschmückt. Direkt nebenan steht die Reiterstatue von Vakhtang Gorgasali, einem ehemaligen georgischen König aus dem 5. Jahrhundert. 

Die Metechi Kirche liegt etwa 15 Fußminuten von der Avlabari Metrostation entfernt. 

Statue der Mutter von Georgien

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Der große Statue der Mutter von Georgien steht seit dem Jahr 1958 auf dem Sololaki-Hügel westlich des Flusses Mtkvari. Direkt dahinter befindet sich der botanische Garten Tiflis. Wer möchte, kann die Kartlis Deda nach einem 30-minütigen Fußmarsch erreichen. Bequemer ist die kurze Fahrt mit der Seilbahn nach oben. 

Die Statue symbolisiert die Stadt Tiflis, die im Volksmund Mutter Georgiens genannt wird. Die Statue ist etwa 20 Meter hoch und von weitem zu sehen. Die Mutter Georgiens hält für Freunde Wein und für Feinde das Schwert in der rechten Hand bereit. 

Gleichzeitig symbolisiert sie damit den Wunsch nach Frieden und Freundlichkeit und den Schutz vor Feinden. Während der Dunkelheit wird die Statue von Strahlern beleuchtet. 

Vom Sololaki-Hügel hast du einen fantastischen Blick auf die Stadt Tiflis, zumindest soweit das Auge reicht. Ebenfalls gibt es Souvenirstände, bei denen du lokale Produkte und Kunsthandwerk kaufen kannst. 

Dry Bridge Flea Market

Der Dry Bride Flea Market ist unter Insidern der beste Flohmarkt für Sammler von alten Gegenständen. Es gibt ihn bereits seit den 1990er Jahren, nach dem Fall der Sowjetunion. Aber selbst wer nicht an Souvenirs der Vergangenheit interessiert ist, kann sich hier die Zeit vertreiben. Heute ist der Flohmarkt vor allem an Touristen gerichtet, die nach dem Besonderen schauen. 

Der Name der trockenen Brücke ist übrigens historisch bedingt. In der Vergangenheit waren inmitten des Flusses Mtkwari mehrere kleine Inseln, auf denen Obstbäume wuchsen. Um diese zu erreichen, hat man schmale Brücken gebaut, die nur von Eseln passierbar waren. 

Als sich die Stadt weiterentwickelte, errichtete man eine größere Brücke, um eine der kleinen Inseln zu erreichen. Später trocknete der Nebenfluss aus, weshalb die Brücke heute immer noch den Namen Dry Bridge hat. 

Liebhaber von Vintage finden auf dem Dry Bridge Flea Market Gegenstände wie Geschirr und Besteck, Säbel, Dolche, Ferngläser, Werkzeug, alte Kameras, sowjetisches Geld und weitere Objekte der Vergangenheit. 

Der Flohmarkt findet jeden Tag von 10 Uhr morgens bis nachmittags um 17 Uhr auf der trockenen Brücke statt. Nur bei schlechten Wetterbedingungen und wichtigen Feiertagen bleiben die Verkäufer zu Hause. 

Gabriadze-Uhrturm

Gabriadze Uhrturm
Foto de Max Letek en Unsplash

Der verspielte und künstlerisch schöne Uhrturm befindet sich in der Nähe der Baratashvili Brücke und nah an der Altstadt. An der Vorderseite enthält der Uhrturm zahlreiche kleine bunte Fliesen und eine Mini-Uhr.

Ebenfalls wurden weitere abstrakte Elemente für den Turmbau verwendet. Ich vermute, dass der georgische Künstler und Regisseur Rezo Gabriadze den Turm absichtlich so schief gebaut hat. Der anlehnende Eisenbalken soll das Kunstobjekt wohl stützen. 

Der Gabriadze-Uhrturm verfügt über eine mechanische Uhr. Zu jeder vollen Stunde fährt eine Figur aus dem Inneren und schlägt mit einem kleinen Hammer gegen die Glocke. Sowohl um 12 Uhr zur Mittagszeit und abends um 19.00 Uhr findet eine kurze Marionetten-Show statt, die an die Vergänglichkeit des Seins erinnert.

In der Nähe des Uhrturm gibt es mehrere Sitzgelegenheiten sowie weitere Skulpturen.

Tiflis Nightlife

Im Vergleich mit dem deutschen “Nachtleben”, wenn man das überhaupt so nennen kann, hat Tiflis einiges mehr zu bieten. Georgier leben einfach gerne ihr Leben und das siehst du an der Anzahl der Ausgehmöglichkeiten. Touristen können sich natürlich dem Nachtleben anschließen. 

Jedoch sind nicht alle Bar und Clubs zu empfehlen. Einige sind als wahre “Scam”-Plätze bekannt, bei denen auch Go-Go Ladies oder andere flirtende Frauen involviert sind. Dabei geht es den Betreibern nur darum, dem “dummen” Touristen so viel Geld wie möglich aus der Tasche zu ziehen. In der Vergangenheit gab es leider bereits viele solcher Fälle. 

Die Polizei hilft dabei leider nicht. Besonders rate ich von der Partymeile neben der Methki Brücke ab. In dieser Straße befinden sich zahlreiche Betreiber, die es wirklich nicht gut mit Touristen meinen. 

Ich liste hier nur seriöse Plätze auf. Vor dem Eintreten in andere Clubs rate ich auf jeden Fall, das Smartphone zu zücken und die Google-Bewertungen anzusehen. 

9 MTA – Edle Craft-Biere

Das 9 MTA liegt direkt am Flussufer des Kura-Flusses und unterhalb der Saarbrücken Brücke. Das 9 MTA bietet ein gutes Angebot an Craft Bieren sowie leckeres Essen an.

8000 Vintages – Wine Bar

Das 8000 Vintages ist eine der besten Winebars in Tbilisi. Nicht nur das Angebot an Weinflaschen, sondern auch die Degustation ist eine Erfahrung, die du dir nicht entgehen lassen solltest. Die Auswahl ist wirklich riesig und für jedes Budget und jeden Geschmack. Dazu gibt es leckere Snacks wie Bruschetta, Hummus, Käse und Schinken. 

Insgesamt gibt es drei Filialen der 8000 Vintages in Tiflis. Die für Touristen am meisten frequentierte Location befindet sich in der Nähe der Rustaveli Avenue. 

Barbar’a Bar

Barbar’a Bar befindet sich mitten in der Altstadt von Tiflis. Hier kannst du in einer stylischen und gepflegten Atmosphäre erstklassige Cocktails trinken und die moderne Küche genießen. Am Wochenende legt ein DJ auf.

Tiflis Fabrika

Tiflis Fabrika
Tiflis Fabrika

Das Tiflis Fabrika ist auf dem ehemaligen Gelände einer Textilfabrik entstanden. Ursprünglich war das Gelände eine der größten Fabriken der Region. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion stand die Industriehalle lange Zeit leer. 

Heute beherbergt Tbilisi Fabrika nicht nur ein Hostel, sondern auch zahlreiche Cafés, Kneipen und Restaurants, die lokale und internationale Gerichte anbieten. Die Außenseite ist mit Graffitis und Wandmalereien verziert, was den Charme der ehemaligen Fabrik intensiver widerspiegelt. Ansonsten wird hier der moderne Industriestil interpretiert. 

Fabrika ist ein beliebter Hang-Out-Spot für Einheimische, Besucher und Hipster. Meist sind es junge Menschen, Künstler und Kreative, die sich treffen und die lebendige Atmosphäre genießen. Neben den aufgezählten Aktivitäten finden auch häufig Veranstaltungen wie Konzerte, Ausstellungen und Filmvorführungen statt. 

Die besten Restaurants in Tiflis: Meine Tipps

Tiflis ist das Schlemmerparadies Nummer Eins. Ich kenne keine Person, die georgisches Essen nicht mag. Die Mischung aus Weißbrot, salzigem Käse und Teigtaschen macht nicht nur satt, sondern schmeckt extrem lecker. 

Dazu gibt es in Georgien die besten Weine, die du dir nur vorstellen kannst. Schade, dass der Wein im westlichen Europa nur so wenig Aufmerksamkeit bekommt. 

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Pasanauri

Pasanauri ist eigentlich ein Dorf in den Bergen Georgiens. Gleichzeitig handelt es sich um eine Restaurantkette mit mehreren Filialen im ganzen Land. Es war wirklich ein Glückstreffer, dass ich das Restaurant Pasanauri am ersten Tag in Tiflis gefunden habe. 

Damals habe ich die Filiale in der Nähe des Liberty Squares besucht. Bei einem anschließenden Spaziergang durch Tbilisi konnte ich aber noch weitere Pasanauri Restaurants entdecken. 

Das Pasanauri in der Nähe des Freiheitsplatzes bietet einen gemütlichen Außenbereich, sowie eine Mischung aus rustikaler und moderner Einrichtung innen. Die Menükarte enthält die bekanntesten Gerichte der georgischen Küche. Neben Khinkali und Khachapuri kannst du auch diverse Salate, Phkali, Schaschlikspieße und andere Speisen bestellen. 

Dazu gibt es Bier, Wein oder alkoholfreie Getränke sowie Kaffeespezialitäten. Ebenfalls gibt es leckere Desserts. Die Preise sind meiner Meinung nach sehr moderat und angemessen. Auch in Sachen Portionsgröße war ich zufrieden. 

Während meines Georgien-Aufenthalts war ich mehrmals bei Pasanauri essen, nicht nur in Tiflis, sondern auch in Gudauri. Ich kann die Küche absolut weiterempfehlen. 

Chveni – Moderne Küche

Ich kann mich noch genau an den Tag erinnern, an dem man mir in Antalya/Türkei das Cheveni Restaurant in Tiflis empfohlen hat. Zufälligerweise war der damalige Besitzer der Unterkunft mit einer Georgierin verheiratet. Wenige Wochen später saß ich tatsächlich dort. 

Naja, ich hatte Anlaufschwierigkeiten, beim ersten Besuch hat man mich wieder geschickt, da es keinen Platz gab. Chveni scheint echt beliebt zu sein, dachte ich mir. Und das war es auch mit Grund! An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass du besser einen Sitzplatz reservieren solltest. 

Das Restaurant erstreckt sich über zwei Ebenen und ist wirklich stylisch eingerichtet. Teilweise schaut es aus wie in einem modernen und gemütlichen Gartenhäuschen. Traditionell georgisch so würde ich es beschreiben.

Am Tisch wirst du von einem gut gelaunten Koch und netten Kellnern begrüßt. Dies ist nicht überall in Georgien der Fall. 🙂 Die Speisekarte bietet ein Angebot an georgischen Gerichte mit leichten westeuropäischen Einflüssen. Die Speisen werden auf sehr kunstvolle Weise präsentiert und sind sehr lecker. Das Auge isst mit bei Chevni. Das Preis-Leistungsverhältnis ist gut, auch wenn Cheveni nicht zu den billigen Restaurants in Tiflis gehört. 

Khinkali House Avlabari

Während meines ersten Aufenthalts in Tiflis war ich mehrmals im Khinkali House in Avlabari essen. Vom Restaurant waren es nur wenige Minuten bis zu meiner Unterkunft. Während der Coronazeit schloss das Restaurant bereits um 22.00 Uhr. Mittlerweile ist es wieder rund um die Uhr geöffnet. 

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Das Khinkali House besteht aus einem ziemlich dunklen Innenbereich und einer Dachterrasse. An manchen Abenden tritt im unteren Bereich eine Sängerin auf, die einen mit georgisch-östlichen Klängen verwöhnt. Die Sitzgelegenheiten sind sehr bequem. Einige Plätze sind durch hohe Trennwände für mehr Privatsphäre getrennt. Es herrscht allgemein eine entspannte Atmosphäre. 

Die Speisekarte enthält eine beeindruckende Auswahl an klassischen georgischen Speisen, sowie Gerichte mit Fisch und Meeresfrüchten. Insgesamt kannst du aus etwa 100 Gerichten wählen. Dazu gibt es Zapf-Wein, Cha-Cha und verschiedene Biere. Die Preise sind sehr angemessen für die gut großzügigen Portionen. 

Mafshalia – Best Budget

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Einfach aber lecker im Mafshalia Restaurant

Das lokale Restaurant Mafshalia liegt im weniger von Touristen frequentierten Viertel Tiflis in Tschughureti. Das Restaurant ist wegen der unauffälligen Eingangstür und dem kleinen Schild nicht sofort einsehbar. 

Wenn du es aber erstmal gefunden hast, kannst du dich über die einfache, aber authentische georgische Atmosphäre freuen. An der hinteren Wand hängt ein riesiges Kunstwerk. Du fühlst sich ein bisschen wie zu Hause in Omas Küche

Das Restaurant selbst ist relativ klein und bietet nur wenig Sitzgelegenheiten. Aufgrund der günstigen Preise zieht es vor allem Einheimische an. Mafshalia ist fast zu jeder Zeit sehr gut besucht. Du kannst in getrennten Räumen und Schwingtüren direkt am Fenster sitzen oder mitten im Raum. 

Auf der Speisekarte gibt es die bekanntesten und besten Gerichte der georgischen Küche. Dazu gehören verschiedene Salate, georgischen Käse, Kharcho Suppe, Kartoffelpüree, Khachapuri, Barbecue-Spieße, Lobiani-Brot und Käse-Dumpling. 

Auf der Karte findest du ebenfalls alkoholfreie Getränke, Wein und Cha-Cha zum günstigen Preis. Für mich ist das Mafshalia Restaurant ein wahrer Geheimtipp, auch wenn es mittlerweile von vielen Touristen besucht wird. 

Tiflisi Vorontsovze

Das Tiflisi Vorontsovze Restaurant liegt genau am Saarbrückener Platz. Es befindet sich auf der anderen Seite der Brücke, wo der Dry Bridge Flea Market täglich stattfindet. Das Restaurant verfügt über eine Außenterrasse und einen modernen Sitzbereich im Inneren.  

Die Speisekarte bietet gute georgische Küche zum fairem Preis. Neben den üblichen georgischen Speisen findest du auch eine Auswahl an Suppen, Fisch, Omelette und Dessert. Dazu gibt es Wein, Bier und stärkere Alkoholsorten. 

Ein Nachteil der Location sind die geringen Englischkenntnisse der Servicekräfte. Für mich stellte dies aber kein Problem dar. Schließlich kannst du auch mit dem Finger auf der Menükarte deuten. 

Welches sind die bekanntesten Stadtteile in Tiflis?

Die Hauptstadt Tbilisi besteht aus mehreren Vierteln. Jeder der Stadtteile hat seinen eigenen Charme und seine Besonderheiten. Nachstehend gehen wir auf die bekanntesten Stadtteile ein:

Tiflis Altstadt

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Zu den populärsten touristischen Sehenswürdigkeiten gehört ein Rundgang durch den Old Town von Tbilisi. Der hauptsächliche Teil befindet sich auf der westlichen Seite des Mtkvari-Flusses, der durch die Hauptstadt fließt. Das Viertel ist geprägt von Kopfsteinpflaster und erscheint somit sehr traditionell und original. Aber eigentlich gehört der ganze Bereich vom südlichen Freiheitsplatz bis zur Rustaveli Avenue zum Old Town. 

Bei einem Spaziergang erhältst du den besten Eindruck von der Innenstadt. Die Altstadt vereint Architekturstile verschiedener Zeitepochen. Neben Einflüssen aus Mittelalter, Renaissance, Barock, Neoklassizismus, sind die Überbleibsel der sowjetischen Ära nicht zu übersehen. 

Beim Schlendern läufst du vorbei an charmanten Innenhöfen und alten Denkmälern sowie an halb verfallenen Häusern und Gebäude in schlechtem Zustand. Viele Häuser zeichnen sich durch ihre dekorativen Holzbalkone aus. Die Mischung macht es eben in Tiflis. 

In der verwinkelten und teils engen Altstadt gibt es ebenfalls viele Cafés, Bars und Restaurants. Inmitten des Trubels findet auch das gewöhnliche Leben der Einheimischen statt. Viele Händler bieten ihre Antiquitäten und Kunsthandwerk auf dem lokalen Basar zum Verkauf an. Darunter befinden sich häufig Schmuckstücke wie handgefertigte Teppiche, Gemälde und alte Souvenirs aus der Vergangenheit. 

Die malerische Gegend ist auch ein beliebtes Ziel für Fotografen. Wer sich einer Fotografie-Tour anschließt, kann die besten Fotospots in Tiflis entdecken. Die Altstadt von Tiflis ist übrigens Anwärter, als Unesco-Weltkulturerbe aufgenommen zu werden.

Sololaki

In der Vergangenheit war das Sololaki Viertel von der Tifliser Oberschicht des 19. und 20. Jahrhunderts bewohnt. Noch heute kannst du Prunk und Reichtum erblicken, wenn auch viele Häuser teils in schlechtem Zustand sind. Sololaki liegt südlich sowie der Rustaveli Avenue und erstreckt sich in Richtung Mtatsminda-Park. 

Die Hauptstraße Giorgi Leonidze vom Liberty Square aus sowie die Amaghleba Street sind Teil von Sololaki. Auch die zahlreichen Seitenstraßen zählen zum Viertel.

Vera

Das Stadtviertel Vera liegt etwas westlich der Altstadt von Tiflis. Es ist bekannt für seine prachtvollen Altbauvillen des späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Heute wohnen zahlungskräftige Expats und Georgier der Oberschicht in Vera. 

Denn die sanierten Häuser sind eigentlich viel zu teuer. Des Weiteren finden sich zahlreiche Geschäfte, trendige Cafés und eine Palette an Restaurants im beliebten Viertel.

Aufgrund der Hanglage am Mtazminda Berg können einige alte Häuser aber nicht renoviert werden. Aus diesem Grund entstehen nach und nach immer mehr große Wohnblocks in der Umgebung. Oberhalb von Vera befindet sich außerdem der Mtazminda Park mit Riesenrad und weiteren Attraktionen. Der Park ist ideal zum Verweilen und Spazierengehen. 

Das Viertel Vera erreichst du über die Metrostationen Rustaveli und den Liberty Square. Schneller geht es mit dem Taxi.

Vake

Der Stadtteil Vake grenzt westlich an Vera an. Der Übergang ist fließend. Wie auch Vera, ist Vake eher ein Wohnviertel für die Oberklasse. Neben modernen Villen und Apartments befinden sich auch Büro- und Verwaltungsgebäude in Vake. 

Ebenfalls haben sich in Vake Modeboutiquen und teure Designerläden angereiht.  Der Stadtteil beherbergt auch mehrere Einkaufszentren und Märkte, in denen Sie eine Vielzahl von Produkten finden können.

Daneben ist Vake für seine gehobenen Restaurants, Cafés und Bars bekannt. Neben der georgischen Küche kannst du auch internationale Speisen bestellen. 

Am westlichen Ende befindet sich der große Vake-Park, die zum Verweilen und Sport machen einlädt. Ganz in der Nähe gibt es auch ein Fitnessstudio und Schwimmbäder für alle, die aktiv sein möchten. 

Alles in allem ist Vake die Top-Adresse für Menschen, die es sich leisten können und nach einem ruhigen und wohlhabenden Viertel schauen. Vake erreichst du übrigens am besten mit der Minibuslinie 4 oder dem Taxi. Eine Metrostation ist nicht in unmittelbarer Nähe. 

Saburtalo

Das Viertel Saburtalo grenzt nördlich an Vake an. Es liegt nördlich der Altstadt. In Saburtalo triffst du so gut wie keine Touristen an. Der Stadtteil besteht überwiegend aus großen Wohnblocks der Sowjetzeit, alten Hochhäusern sowie Büros und Geschäftszentren. 

Ebenfalls sind einige Universitäten angesiedelt. Im Gegensatz zu Vake, ist Saburtalo ein Viertel für die Mittelklasse und somit etwas günstiger

Neben Einkaufszentren beherbergt Saburtalo zahlreiche Geschäfte, Restaurants und andere Freizeiteinrichtungen. Die Anreise nach Saburtalo kann über die städtische Metro oder mit dem Bus erfolgen. 

Kala

Kala ist der Name des mittelalterlichen Stadtzentrums von Tiflis. Das Stadtgebiet liegt im Süden angrenzend an die Altstadt von Tiflis. Das Viertel rühmt sich durch seine engen Gassen und teilweise sehr alten Häusern mit Holzdekorationen. Südlich gelegen befindet sich die Festung Narikala. 

Chughureti

Chughureti oder auf Deutsch Tschughureti befindet sich auf der östlichen Seite des Flusses Mtkwari. Das Gebiet erstreckt sich entlang der Davit Aghmashenebeli Avenue rund um den Mardschanischwili-Platz. Außerdem ist die gleichnamige Marjanishvili Metro Station in der Nähe. 

Chughureti ist bekannt für seine ehemalige kaukasusdeutsche Kolonie, die im Jahr 1844 gegründet wurde. An den markanten Giebeldächern und Elementen des Neobarock und Klassizismus kannst du die frühen Bauwerke in Chughureti noch heute erkennen. Auf der Hauptstraße der Davit Aghmashenebeli Avenue gab es früher sogar ein deutsches Hotel Wetzel”. 

Durch die damals rasant wachsende Bevölkerung wurden die ethnischen Gruppen gemischt. Nach und nach gab es mehr Georgien, Russen und Armenier in Chughureti. Heute wohnen in der Gegend zahlreiche türkisch- und arabischstämmige Menschen.

In den Seitenstraßen der Davit Aghmashenebeli Avenue gibt es leider viele heruntergekommene, teils verfallene Wohnhäuser im Stadtviertel. Für mich sind diese Häuser jedoch besonders interessant. 

In der Gegend befinden sich auch einige türkische Restaurants sowie auch die Brauerei Kazbegi, die günstiges Bier und Khinkali anbietet. 

Avlabari

Etwas weniger bekannt ist das Stadtviertel mit der gleichnamigen Metrostation Avlabari. Der Name kommt vom armenischen Ausdruck „Havlabar“ und bedeutet „Vor der (Stadt-)Mauer

Ich kenne diese Gegend auch nur zufällig, da dort mein Airbnb lag. Avlabari liegt östlich des Mtkwari Flusses und fängt direkt an den Klippen an. Der Bereich startet hinter dem Rike Park und reicht bis zur Gegend der Metechi Kirche. Avlabari ist ein Gebiet für Einheimische

Touristen verirren sich dort meist nur wegen der bekannten Sameba Kathedrale. Der Stadtteil ist bis heute stark armenisch geprägt. Nicht weit weg von der Metrostation Avlabari befindet sich eines meiner Lieblingsrestaurants, das Khinkali House. 

In den kleinen Straßen des lebhaften Viertels Avlabari findest du lokale Märkte, auf denen du frisches Obst und Gemüse zum Spottpreis erwerben kannst. Im Gegensatz zur Altstadt sind die Preise tatsächlich günstiger. 

Das erste Mal in der Metro Tbilisi

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Metro Tbilisi

Für 50 Tetri (= umgerechnet 12 Cent) damals konnte ich im Mai 2021 eine Fahrt mit der Metro Tibili zurücklegen. Dabei waren Start- und Endziel vollkommen egal. Mittlerweile in 2023 kostet die Metrofahrt 1 Lari, was etwa 35 Cent entspricht –  immer noch günstig!

Da die Metro im Jahr 1966 in voller Sowjetzeit eröffnet wurde, liegt sie tief bis zu 50 Meter unter der Erde. In anderen Städten wie Moskau und Kiew war dies eine ähnliche Handhabe. 

Seit dem 1. Februar 2022 gibt es eine neue Travel Card, die in Tbilisis Metro, Busse und für einige Cable Cars gültig ist. Du kannst sie für einen Tag, eine Woche, einen Monat, drei Monate, sechs Monate oder ein Jahr erwerben. Dafür fährst du anschließend bis zu 20 mal pro Tag.

Wer noch im Besitz der alten MetroMoney Card ist, kann diese weiterhin für Einzelfahrten nutzen.

Nach dem Kauf des Tickets bin ich mit der Rolltreppe in der Rustaveli Station nach unten gefahren. Dies hat bestimmt zwei Minuten in Anspruch genommen.

tblisi metro
Foto de Nika lukava en Unsplash

Unten angekommen fühlte ich mich wie in der damaligen Sowjetunion, auch wenn ich sie nie kennengelernt habe. Kalte und massive Bauten, dazu ein riesen Mosaic schmückte die Station. Auch die laut scheppernde Metro ändere meinen Eindruck nicht. 

Ich wollte mir sogar während der Fahrt die Ohren zuhalten, so laut hat es gerumpelt. Ich vermute, die Einwohner Tbilisis waren schon daran gewohnt. Aber wenigstens kam ich sicher und günstig an mein Ziel an. 

Das erste Mal im Minibus

minibus marshrutka tiflis
Die meisten Marshrutka Minibusse sind aus Deutschland importiert

Nach drei Tagen hatte ich erstmal genug von Tbilisi und wollte eine weitere Stadt erkunden. Meine Wahl fiel auf Telavi, ein Dorf, dessen Region für seinen Weinanbau bekannt ist. Da es nach Telavi leider keinen Zug gab, musste ich mir eine andere Transportmöglichkeit suchen. Taxis waren leider zu teuer. So fiel die Wahl auf eine Marschrutka, einen Minibus. 

Zuvor hatte ich bereits im Internet recherchiert, von welcher Station ich abfahren musste. Mit dem Stadtbus bin ich dann in diese Richtung gefahren. Währenddessen habe ich mich mit meinem gebrochenem Russisch/Polnisch mit dem Kontrolleur unterhalten. Er bestätigte mir dann, wo ich aussteigen musste. Klappt doch irgendwie, dachte ich in diesem Augenblick.

Die Minibusse erinnerten mich sehr an andere Reisen durch Osteuropa. Alte Mercedes Sprinter Busse, meist aus Deutschland importiert, fahren hier fleißig weiter. Beinfreiheit und Komfort Fehlanzeige. Dafür im Karacho und günstig ans Ziel. 

minivan tbilisi
Vollbeladen bis oben hin

Die Fahrt nach Telavi hat von Tiflis nur zwei Stunden gedauert. Währenddessen sind immer wieder geladene Boxen aus dem Kofferraum in den Fahrgastraum gerutscht. Ladesicherung – Fehlanzeige! Willkommen in Georgien, zum Zweiten 🙂 

Car Rental in Tbilisi

Ein Auto in Tbilisi zu mieten empfiehlt sich für alle die flexibel durch Georgien reisen möchten. Auch wenn das Verkehrsnetz mit Bussen, Zügen und Marshrutkas gut ausgebaut ist, macht eine Reise mit dem eigenen Mietwagen mehr Spaß

Anstelle der üblichen großen und teuren Anbieter wie Hertz, Europcar und Sixt, empfehle ich in Georgien die Miete von Privatpersonen. Auf der Plattform von Localrent* bieten Einheimische ihr Auto zur Miete an. 

Auch ich habe bei meinem zweiten Besuch Anfang Januar 2022 ein Auto über Localrent gemietet. Für einen Zeitraum von einer Woche habe ich etwa 18 Euro pro Tag für einen Toyota Prius Hybrid bezahlt.

Auch wenn das Automatikgetriebe und die Hybrid-Technologie zunächst gewöhnungsbedürftig waren, freute ich mich anschließend über den geringen Verbrauch. Bis in die Berge nach Gudauri bin ich damals gefahren. Während der Sommermonate kostet ein Mietwagen etwa 25 bis 28 Euro pro Nacht. 

Alternativ kannst du auch auf Check24 nach einem günstigen Mietwagen* für Georgien suchen.

Häufige gestellte Fragen

Wo liegt Tiflis?

Tiflis liegt im östlichen Teil Georgiens in der Kaukasusregion inmitten einer Landenge. Mit mehr als einer Million Einwohner ist Tiflis die Hauptstadt des Landes. Im Süden angrenzend befindet sich das Nachbarland Armenien. Östlich gelegen ist Aserbaidschan. 

Wie lange solltest du in Tiflis bleiben?

Die Hauptstadt Georgiens hat wirklich viel zu bieten. Sie ist nicht nur Ausgangspunkt für eine Rundreise durch Georgien, sondern selbst ein Juwel. Um einen Eindruck von der Stadt zu erhalten und verschiedene Viertel zu erkunden, würde ich mindestens drei Tage empfehlen. 

Wer mehr Zeit hat, wird sich auch nach einer Woche noch nicht in Tbilisi langweilen. Da jedes Stadtviertel unterschiedlich ist und es so viel zu entdecken gibt, empfehle ich wirklich einen längeren Aufenthalt. 

Wie ist das Wetter in Tbilisi?

Das Klima in Tiflis ist recht gemäßigt. Dies bedeutet, dass es im Winter nicht besonders kalt wird. Die beste Reisezeit für Tiflis sind die Monate Mai, Juni, September und bis Mitte Oktober. In den Monaten Juli und August wird es mit täglich über 30 Grad Celsius sehr heiß für eine Städtetour. 

Als ich das erste Mal Ende Juni 2021 in Tiflis war, lagen die Temperaturen täglich bei weit über 30 Grad Celsius. Während der Mittagszeit konnte ich nicht viel anfangen, außer mich im klimatisierten Zimmer auszuruhen. 

Beim zweiten Besuch war ich während des Monats Januar nach Tiflis gekommen. Erstaunlicherweise konnte ich viel Sonnenschein bei Temperaturen von 10 bis 13 Grad Celsius genießen. Oftmals ist es aber kälter bei einstelligen Temperaturen. In der Nacht kann die Temperatur sogar auf 0 Grad fallen. Ab März wird es aber bereits deutlich milder. 

Die Monate April, Mai und Anfang Juni sind hingegen sehr regenreich. Während des Sommers und Herbst regnet es meist gar nicht oder nur wenig. Die Temperatur beträgt im Jahresdurchschnitt 13,3 Grad Celsius in Tiflis. 

Wer fliegt nach Tiflis?

Von Deutschland aus hast du mehrere Optionen, um nach Tiflis zu fliegen. Wer auf Skyscanner stöbert, findet Direktflüge mit der Lufthansa Tothger Condor von Frankfurt nach Tiflis. Ebenfalls gibt es etwas günstigere Flüge mit einem Stopover in Istanbul. 

Weiterhin kannst du von Köln/Bonn, Düsseldorf, Stuttgart, Hannover, Hamburg oder Nürnberg nach Tiflis fliegen. Meist enthalten diese auch einen Umstieg in der Hauptstadt der Türkei. 

Wer nicht direkt nach Tiflis, aber nach Kutaissi reisen möchte, fliegt mit Wizzair. Den Billigflug gibt es von Berlin, Dortmund, Frankfurt Hahn. Hamburg oder Memmingen. Von Kutaisi kannst du mit dem Bus oder Zug nach Tiflis fahren.

Die Reisezeit beträgt etwa vier Stunden. Für eine längere Reise nach Georgien Reise lohnt sich das. Für den reinen Besuch der georgischen Hauptstadt würde ich den Direktflug nach Tiflis bevorzugen. 

Was kostet ein Hotel in Tiflis?

Der Preis für eine Übernachtung in Georgiens Hauptstadt hängt in erster Linie von der Lage sowie der Ausstattung und Qualität der Unterkunft ab. Im Juni 2021 konnte ich für etwa 15 Euro in einem einfachen Doppelzimmer übernachten. Allerdings war die Lage in der Nähe der Isani Station und somit außerhalb des Zentrums. 

In Zeiten von Inflation und Krieg sind die Übernachtungskosten mittlerweile leider gestiegen. Aktuell im Juni 2023 muss man circa 20 bis 25 Euro für ein sauberes Zimmer in Tiflis bezahlen. Günstiger geht es nur in einem Mehrbettzimmer und das will man ab einem gewissen Alter nicht mehr. 

Ein gutes Mittelklassehotel* kostet in Tiflis 40 bis 50 Euro, oftmals inklusive Frühstück. Für 4- und 5-Sterne Hotels* musst du in Georgiens Hauptstadt 100 bis 150 Euro ausgeben. Das Marriot Hotel kostet sogar 300 Euro auf Booking.com*

Wo befindet sich der Bahnhof in Tbilisi?

Neben den beiden Metrolinien, die durch Tiflis führen, beherbergt die Hauptstadt Georgiens ebenfalls einen Bahnhof. Der Tbilisi Zentralbahnhof in Brutalismus-Architektur liegt circa fünf Kilometer nördlich der Altstadt. 

Direkt rechts neben an befindet sich die Metro Station “Station Square”, sodass du den Zentralbahnhof auch mittels Metro erreichen kannst. Ebenfalls fahren zahlreiche Buslinien, Marshrutkas und natürlich Taxis zum Hauptbahnhof in Tiflis.

Der Eingang zum Bahnhof ist etwas verwirrend, da das untere Stockwerk mit Shops zugepflastert ist. Den eigentlichen Bahnhof mit Ticketschaltern und Abfahrtstafeln findest du im zweiten Stock, wenn du die Rolltreppe nach oben nimmst. Zur Sommerzeit lohnt es sich, schon Tage oder Wochen vorher die Tickets online zu kaufen, da die Sitzplätze häufig ausgebucht sind. Vor allem die Strecke Tiflis – Batumi ist sehr beliebt. 

Neben der Fernzugstrecke gibt es in Georgien auch einige Nahverkehrszüge. Zum Beispiel kannst du Stalins Geburtsort “Gori” innerhalb von nur einer Stunde von Tiflis aus erreichen. 

Im internationalen Verkehr gibt es täglich Züge nach Baku/Aserbaidschan sowie mehrmals wöchentlich Verbindungen nach Jerewan, der Hauptstadt Armeniens. 

Selbst als Explorer geht mir manchmal die Puste aus! Espresso und Energy-Drink stellen mich wieder auf die Beine um zu entdecken, Fotos zu machen und neue, authentische Erfahrungsberichte zu erstellen. Ich bedanke mich für die Wertschätzung meiner Zeit und Recherchearbeit mit einem Kaffee

Meine persönliche Meinung

Tiflis ist mittlerweile schon lange kein Geheimtipp mehr. In den letzten Jahren wurde die Hauptstadt Georgiens immer populärer, was ich verstehen kann. Schließlich bietet Tiflis alles was du für einen kürzeren oder längeren Aufenthalt benötigst.

Neben dem guten Essen und der interessanten Architektur ist auch für Unterhaltung am Abend und an Wochenenden gesorgt. Die Hauptstadt Georgiens schläft nie. Zudem triffst du auf viele hilfsbereite Einheimische. Jederzeit würde ich wieder einen Abstecher in den Kaukasus machen.

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