Persepolis Iran: Stadt der Perser 520 v. Chr.

nicht vollendetes tor
Nicht vollendetes Tor in Persepolis

vg wortFür einige ist Persepolis im Iran nur ein Haufen übrig bleibender Steine, für andere Unesco Weltkulturerbe mit reicher Geschichte. Egal zu welcher Gruppe du gehörst, sei dir bewusst, dass die persische Kultur uns beeinflusst hat. Die antike Ruinenstadt liegt im Süden des Iran, nur 60 Kilometer nördlich von Shiraz und lässt sich prima bei einem Tagesausflug erkunden.

  • Adresse: Persepolis
  • Öffnungszeiten: 08:00 bis 17:00 Uhr täglich

Warum sollte ich Persepolis besuchen?

persische pferdeskulptur
Die Ruinenstadt beherbergt zahlreiche Schätze

Persepolis ist eine der wichtigsten archäologischen Stätten des antiken Perserreiches. Der Begriff stammt übrigens aus dem Griechischen und bedeutet „Stadt der Perser“. Die Iraner nennen die Stadt übrigens ”Takht-e Jamshid”.

Die historische Geschichte reicht bis ins 6. Jahrhundert vor Christus zurück. Einstig war die Felsenstadt das politische und religiöse Zentrum im Perserreich. In der Ruinenstadt wurden königliche Zeremonien, Empfänge und Opfergaben abgehalten.

Viele der beeindruckenden Überreste sind in gutem Zustand und bieten eine einzigartige Kulisse für Fotos.

Für Geschichtsinteressierte, Archäologen und Wissenschaftler ist der Ort besonders wichtig in Sachen Forschung und Bildung.

Wer hat Persepolis erschaffen?

reliefs in persepolis
In der antiken Stätte gibt es zahlreiche Reliefs und Inschriften zu bestaunen

Persepolis wurde von Darius I. dem Herrscher der Achämeniden-Dynastie, im Jahr 520 vor Chr. in Auftrag gegeben und erbaut. Darius I. regierte das damals von Kleinasien und Ägypten bis zum Indus reichende Achämenidenreich von 522 vor Christus bis zu seinem Tod im Jahr 486 vor Christus. 

Er hatte die Vision, eine beeindruckende Hauptstadt des Perserreichs zu gründen und bei anderen Hoheiten Stärke und Macht zu demonstrieren

Die Bauarbeiten der Prunkstadt begannen um das Jahr 518 vor Christus und dauerten etwa 150 Jahre unter der Herrschaft mehrerer Monarchen an, darunter Darius I., Xerxes I. und Artaxerxes I. In dieser Zeit wurden mehr als 14 Gebäude auf einer künstlichen Fläche von 300 x 500 Metern, also 15 Hektar, am Fuße des Berges Kuh-e mehr errichtet. 

Die heutigen Ruinen wurde auf einem Hügel erbaut und ist über zwei monumentale, mit Reliefs verzierte Treppen erreichbar. Außerdem verlief rundherum eine hohe Mauer. 

Der Zugang war nur durch ein spektakuläres monumentales Tor möglich, das von Xerxes I. errichtet wurde. Das altpersische Reich hatte damals enorme Ausmaße. Es reichte im Westen von Libyen, Ägypten über Griechenland, Mazedonien, Türkei und grenzte im Osten an Indien an.

Architektonische Meisterleistung

königsdiener inschrift

Persepolis war eine architektonische Meisterleistung mit zahlreichen Prachtbauten. Die monumentalen Steinplattformen, kunstvollen Säulen und prächtigen Paläste zeugen von der kreativen und Leistungsfähigkeit des antiken Volkes. Außerdem sollten sie ein Symbol für den Reichtum und die Macht der persischen Hoheiten sein. 

Auch die Reliefs an den Wänden sind von großer historischer und kultureller Bedeutung. Sie zeigen Szenen von königlichen Empfängen, Tribute und Geschenke sowie Darstellungen von Persönlichkeiten aus aller Welt. Schon damals war Gastfreundschaft und Höflichkeit ein wichtiger Teil der persischen Kultur. Auch dies spiegelt sich in den Darstellungen von Persepolis wider.

Sehenswürdigkeiten in Persepolis

Zu den wichtigsten Gebäude zählen der Apadana-Palast einschließlich des Thronsaales, sowie der Tachara- und der Xerxes-Palast.

Die große Treppe und das mächtige Eingangstor der Länder

tor der nationen
Das ehemalige Tor der Nationen

Die Eingangstreppe führte zum “Tor der Länder„, das auch als „Tor der Nationen” bekannt war. Das Tor war ein Haupteingangstor und fungierte als eine Art Willkommensportal für Gäste aus verschiedenen Ländern. Es war der Ort, an dem die Delegationen aus den eroberten Ländern des Perserreiches empfangen wurden und ihre Geschenke präsentierten. 

Das Tor ist von zwei gewaltigen Stierskulpturen flankiert, die als „Lamassu“ bekannt sind. 

Diese beeindruckenden Statuen, halb Stier und halb Mensch, dienten als schützende Wesen und symbolisierten die Macht und Stärke des persischen Reiches.

Die Lage wurde übrigens so gewählt, dass die morgendliche Sonne pünktlich zum persischen Neujahr am 21. März durch das Tor strahlt. Das Tor der Länder wurde übrigens erst unter der Herrschaft von Xerxes I. erbaut. 

Apadana-Palast

aufgang apadana
Aufgang zum Apadana-Palast

Der wundervolle Prachtbau war das größte Gebäude in Persepolis und diente gleichzeitig als Thronsaal. Der Beginn des Baus erfolgt unter Darius I., fertiggestellt wurde der Palast aber erst unter Xerxes I.

Der Palast diente als Thronsaal und repräsentativer Empfangsort für königliche Zeremonien, Audienzen und königliche Empfänge. Gleichzeitig war er das Herzstück der königlichen Architektur in Persepolis. Der Palast stand auf einer erhöhten Plattform und war insgesamt von 72 massiven Pfeilern umgeben, die mit kunstvollen Elementen verziert waren.

Das Innere des Apadana-Palais bestand aus einer großen Säulenhalle, die als „Hypostyl“ bekannt ist. Die Halle wird von 36 Säulen gestützt und war einst mit prächtigen Teppichen und kostbaren Stoffen dekoriert. Die Wände des Thronsaals waren ebenfalls mit Reliefs geschmückt, die königliche Prozessionen, Empfänge und politische Szenen zeigten.

Dareios-Palast oder Tachara-Palast

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Tachara-Palast

Der Tachara- oder Dareios-Palast war einer der privaten Bauten des Königs. Er befand sich südöstlich des Apadana Baus und war einer der bemerkenswertesten Gebäudekomplexe in Persepolis. Aufgrund seiner Konstruktion aus massiven Steinblöcken ist die Grundstruktur auch heute noch gut zu erkennen. 

Das Tachara-Gebäude bestand aus verschiedenen Sälen und Räumen, darunter der Audienzsaal des Herrschers und private Gemächer. Östlich des Tachara Palastes, dem Berg Kuh-e Mehr zugewandt, befindet sich heutige die einstige Schatzkammer. Nach dem Angriff von Alexander dem Große wurde behauptet, dass er 20.000 Maultiere und 5.000 Kamele benötige, um all die Schätze zu plündern.

Direkt dahinter in der Wand des Berges Kuh-E Mehr wurden die Grabkammern der Könige Artaxerxes II und Artaxerxes III gemeißelt. An den Außenwänden befinden sich Abbildungen des zoroastrischen Gott Ahura Mazda.

Palast von Xerxes I. – 100 Säulen Palast

xerxes palast
Palast von Herxes I.

Der Palais von Xerxes I. wird auch Hundert-Säulen-Palast genannt. Mit Abmessungen von 68,5 x 68,5 Meter war er damals der größte Saal. Die Decke wurde von 100 Säulen getragen, daher auch der Begriff.

Nach einem Feuer in der damaligen Zeit sind diese aber eingestürzt und heute nicht mehr zu sehen. Verbrannte Materialien gibt es nur noch am anliegenden Museum. Auf den Portale ist heute noch eine Abbildung von Xerxes I kämpfend mit Löwen und Stieren zu sehen.  

Königsgräber in der Nähe von Persepolis

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Blondinrikard Fröberg from Göteborg, Sweden, Naqsh-e Rustam (19341137809), CC BY 2.0

Im nur 12 Kilometer entfernt liegenden Naqsh-e Rustam befinden sich die Königsgräber mehrerer persischer Könige. Zu den bekanntesten Gräbern gehören die von Darius I., Xerxes I., Artaxerxes I. und Darius II. 

Die Gräber wurden hoch oben in die senkrechte Felswand geschnitten, was sie vor äußeren Einflüssen und Witterungseinflüssen schützte. Die Inschriften an den Gräbern enthalten wichtige historische Informationen über die Könige, ihre Herrschaft und ihre militärischen Erfolge.

Kurze Zusammenfassung der Geschichte von Persepolis

Die faszinierende Geschichte von Persepolis reicht bis in das 6. Jahrhundert vor Christus zurück. Damals wurde das Reich unter der Herrschaft von Darius I. gegründet. Der Bau spiegelte die Macht und das kulturelle Erbe des Perserreichs wider. Während der Achämeniden Dynastie herrschte Wohlstand und Expansion

Im Jahr 330 vor Christus eroberte Alexander der Große die Stadt und plünderte sie. Die genauen Umstände der Zerstörung von Persepolis sind historisch nicht eindeutig geklärt. Einige Quellen behaupten, dass die Stadt als Racheakt für die Zerstörung der athenischen Akropolis während der Perserkriege 480/79 v. Chr. in Brand gesteckt wurde. Andere Quellen sagen, dass die Stadt aufgrund einer Trunkenheitsfeier in Flammen aufging.

Der Brand hatte aber einen positiven Effekt: Etwa 30.000 Tontafeln wurden durch das Feuer gehärtet und blieben über 2.500 Jahre in hervorragendem Zustand erhalten. Dadurch können moderne Forscher heute zahlreiche Details nachlesen, einschließlich der Buchhaltung der Stadtverwaltung.

Nach der Eroberung durch Alexander den Großen wurde Persepolis allmählich verlassen und verfiel im Laufe der Zeit. Die Überreste blieben jedoch erhalten und wurden erst im 20. Jahrhundert Gegenstand von umfangreichen archäologischen Ausgrabungen.

Wiederentdeckung von Persepolis

100 säulen palast

Die Wiederentdeckung von Persepolis fand im 17. Jahrhundert statt, obwohl die Stätte wahrscheinlich schon vorher bekannt war, aber nicht richtig identifiziert wurde. Im Jahr 1620 reiste Johann Andreas von Franckenstein durch Persien und besuchte auch die Ruinen. Er identifizierte die Überreste der antiken Stadt als Überreste der ehemaligen Hauptstadt des persischen Reiches. Er veröffentlichte jedoch keine detaillierten Aufzeichnungen oder Berichte über seine Entdeckung.

Es war der französische Archäologe Jean Chardin, der im 17. Jahrhundert die ersten detaillierten Berichte über Persepolis verfasste. Chardin bereiste Persien in den Jahren 1666 und 1674 und machte detaillierte Aufzeichnungen über die Ruinen sowie Zeichnungen und Skizzen von Reliefs und Gebäuden. Zahlreiche Stilelemente wurden von mittelalterlichen Reisenden aus den Ruinen um die Palaststadt entfernt und mit nach Europa gebracht.

Später im 19. Jahrhundert führten weitere europäische Forscher und unter anderem Deutsche Archäologen Ausgrabungen durch. Dabei kamen zahlreiche kunstvolle Reliefs, Inschriften und Artefakte zutage. Seit 1939 forschen auch iranische Experten mit.

In den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts wurden die Arbeiten fortgesetzt, und ist heute als eine der wichtigsten archäologischen Stätten der Welt angesehen. Im Jahr 1971 ließt der letzte Schah Mohammad Reza Pahlavi des Iran Teile von Persepolis anlässlich der 2500-Jahr-Feier der Iranischen Monarchie restaurieren. Seit dem gleichen Jahr ist der Besuch möglich. Seit 1979 gehört es dem Weltkulturerbe der Unesco an. In der Gegenwart nehmen viele Iranreisende die Besichtigung von Persepolis wahr.

Häufig gestellte Fragen

Wie erreicht man Persepolis am besten?

Faravahar zoroastrier
Symbol der Zoroastrier

Shiraz ist nur 60 Kilometer von Persepolis entfernt. Die meisten Touristen übernachten dort um die Stadt der Überreste zu besuchen. Als ich im November 2019 die Ruinenstadt besuchen wollte, habe ich mit meinem Mitreisenden Kollegen ein Taxi mittels der “Snapp”-App gerufen. 

Damals konnten wir die 60 Kilometer-Strecke für unglaubliche 1,50 Euro!! zurücklegen. Wer es nicht weiß: Im Iran ist das Benzin mit 11 Cent pro Liter unglaublich günstig. Viele Taxifahrer rüsten ihre Autos auf Gasbetrieb um, wodurch die Fahrt fast umsonst ist. Nach Ankunft hat uns der Taxifahrer aber leid getan, sodass wir ihm das Dreifache freiwillig gegeben haben. 

Andere Taxifahrer wollten zehn Dollar für die 60 Kilometer Fahrt, was immer noch ein sehr fairer Preis ist. 

Wie lange sollte man in der Königsstadt bleiben?

Die Königsstadt lässt sich prima bei einem Tagesausflug von Shiraz aus erkunden. Meiner Meinung nach sind drei bis vier Stunden vollkommen ausreichend.

Wann sollte man Persepolis besuchen?

ruine persepolis

Persepolis liegt in einer kontinentalen Zone, die von Hitze und viel Sonnenschein geprägt ist. Absolut vermeiden würde ich die Monate Juni bis September. Bei Temperaturen von über 30 Grad Celsius macht der Besuch keinen Spaß.

Hingegen eignen sich die Übergangsmonate März, April oder Oktober, November prima für einen Besuch. Am besten reist man bereits früh am Morgen an, bevor die Sonne zu senkrecht steht. 

Weitere Tipps für einen Besuch der Ruinenstadt

  • Ein Besuch von Persepolis bietet sich am Morgen oder Spätnachmittag an. Dabei rate ich dir zu Sonnencreme, Sonnenbrille und Kopfbedeckung. Ebenfalls solltest du geschlossene, aber bequeme Schuhe tragen.
  • Du benötigst Wasser, viel Wasser! Beim Laufen kommst du schnell ins Schwitzen. 
  • Große Rucksäcke sind auf dem Gelände nicht erlaubt. Du kannst sie aber im Ticketbüro abstellen. 
  • Nimm dir am besten einen Guide. Damals hätte der nur sechs Euro gekostet. Ich habe leider darauf verzichtet und war nur mit Audio-Guide unterwegs. So richtig habe ich die Anlage erst durch Recherche nach meinem Besuch verstanden.
  • Die umliegenden Königsgräber Naqsh-e Rostam sind nicht so spannend. Du wirst auch gut schlafen, wenn du sie nicht besuchst. 

Selbst als Explorer geht mir manchmal die Puste aus! Espresso und Energy-Drink stellen mich wieder auf die Beine um zu entdecken, Fotos zu machen und neue, authentische Erfahrungsberichte zu erstellen. Ich bedanke mich für die Wertschätzung meiner Zeit und Recherchearbeit mit einem Kaffee

Interessiert Du dich für Persepolis oder ist die Stadt für Dich lediglich ein Haufen alter Steine?

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