Mardin: Sehenswürdigkeiten, reiche Geschichte, viele Ethnien

mardin türkei
Das vermutlich ikonischste Fotomotiv von Mardin

Die Stadt Mardin ist unter deutschen Touristen eher ein unbekanntes Reiseziel. Stattdessen wird die Stadt von Türken oder Touristen aus dem Mittleren Osten besucht. Dennoch konnte ich während meines Aufenthalts ein paar westliche Touristen sehen. 

Mardin bietet eine beeindruckende Architektur, eine reiche Geschichte und viele Ethnien, die sich in der Gegend niedergelassen haben. Ich habe die Stadt im November 2019 besucht und möchte in diesem Artikel auf die Sehenswürdigkeiten und die Geschichte näher eingehen. 

Wo liegt Mardin in der Türkei?

mardin mesopotamien
Mardin Altstadt

Die etwa 180.000 Einwohner fassende Stadt Mardin liegt im Südosten der Türkei und gehört zu Mesopotamien. Die Stadt ist in Alt-Mardin (Eski) und Neu-Mardin (Yeni) gespalten. Die Altstadt liegt auf einer Höhe von 1.083 Metern am Ausläufer des Kalksteingebirges Tur Abdin.

Von dort hat man einen zauberhaften Weitblick auf die Tiefebene. Die Neustart liegt hingegen auf der anderen Seite im Tal. Aufgrund der einzigartigen Lage sind die Sommer in sengend heiß und die Winter ziemlich kalt

Touristisch ist hingegen nur die historische Teil von Mardin. Von dort aus sind es nur Luftlinie, nur 20 Kilometer bis zur syrischen Grenze. Auch der kurdische Teil des Irak ist nur etwa 200 Kilometer entfernt.

Von Mardin bis nach Istanbul sind es hingegen 1.500 Kilometer Fahrt, nur dass man sich vorstellen kann, wie groß die Türkei ist. Aufgrund der geografischen Lage war die Stadt schon in der Vergangenheit ein strategisch wichtiger Knotenpunkt auf der Seidenstraße. Die Stadt selber war für ihre Pflaumen, Galläpfel und Edelsteine berühmt.

Im Laufe der Jahrhunderte haben sich dort verschiedene Völkergruppen niedergelassen und ihre Kultur eingebracht. 

Rückblick auf die Geschichte der Stadt Mardin

Mardin ist eine sehr alte Stadt. Bereits lange vor den Aufzeichnungen wurde die Gegend besiedelt. Die türkische Stadt hat schon viele Völker kommen und gehen sehen. Die Geschichte der Stadt reicht mindestens bis ins 14. Jahrhundert v. Chr. zurück, als sie ein wichtiger Ort im mittelassyrischen Reich.

Damals wurde sie nach dem persischen Namen “Izala” benannt. Im Jahr 3000 vor Christus besiedelten die Hurriter die Region. Anschließend erlangten die Elamiter um 2230 v. Chr. die Kontrolle um Mardin. Ihnen folgten die Babylonier, Hethiter, Assyrer, Römer und Byzantiner.

Im Jahr 692 kamen die muslimischen Umayyaden und führten den Islam ein. Mardin wurde dann zu einem wichtigen Zentrum der islamischen Kultur und Wissenschaft. Während des Mittelalters behielt die Stadt bedeutende assyrische und armenische Bevölkerungsgruppen. Mardin wurde sogar zum Zentrum der Bischofssitze verschiedene armenischer, katholischer und syrisch-orthodoxer Kirchen. 

Auch die seldschukischen Türken kämpfen um die Region. Während dieser Zeit sind viele der historischen Gebäude rund um Mardin entstanden. 

Im 16. Jahrhundert wurde Mardin Teil des Osmanischen Reichs. Während dieser Zeit gab es keine weiteren Eroberungen. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts kamen die Osmanen in einen Konflikt mit Khedivat Ägypten, einem Unterstaat des Osmanischen Reiches. Während dieser Zeit wurde die Stadt von kurdischen Militär-Truppen belagert. Dabei ist auch die große Moschee gesprengt worden. 

In Zeiten des Ersten Weltkriegs ist großer Völkermord an die Armeniern und Assyrern begangen worden. Am 15. August 1915 fand sogar ein öffentlicher Handel mit armenischen Frauen statt. 

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde Mardin Teil des französischen Völkerbundmandats für Syrien und Libanon. Mit der Gründung der Republik Türkei im Jahr 1923 wurde die Stadt zur Verwaltungshauptstadt einer nach ihr benannten Provinz. In den 1990er Jahren erlebte die Stadt einen großen Bevölkerungszuwachs. 

In den letzten Jahren hat Mardin eine Reihe von Modernisierungsmaßnahmen erfahren. So wurde beispielsweise die Infrastruktur der Stadt verbessert und der Tourismussektor gefördert. In der Gegenwart wohnen überwiegend Türken und Kurden in der Gegend rund um Mardin. Das kulturelle Erbe und die umliegenden Sehenswürdigkeiten lockt jedoch viele Besucher aus der ganzen Welt an. 

Mardin: Sehenswürdigkeiten und Attraktionen

Spaziergang durch die Altstadt

schneider
©yclnl – Pixabay.com

Bei einem Besuch der Altstadt von Mardin sollte man sich einfach treiben lassen. Vorbei geht es an alten und renovierten Steinhäusern, die häufig mit kunstvollen Verzierungen dekoriert sind.

Beim Flanieren kommst du außerdem an zahlreichen Boutique-Hotels vorbei, die aus historischen Häusern entstanden sind. In Mardin werden übrigens häufig Natursteine in schönem creme- oder beigefarbenen Ton für die Konstruktion eingesetzt.

Das Material gilt nicht nur als robust, sondern lässt sich auch einfach verarbeiten. Der natürliche Stein wird in Mardin zur Konstruktion von Türen, Fenster, Säulen und Bögen verwendet. Außerdem bietet er eine gute Isolation vor Hitze und vor Kälte. 

bus in mardin

Die engen und farbenfrohen Gassen der Altstadt schlängeln sich über Treppen hinauf und wieder hinunter, wie ein verwinkeltes Labyrinth. Das Gute daran ist, dass die Altstadt größtenteils nur fußläufig ist.

Autos dürfen nur auf der Durchgangsstraße (1 Cadde) fahren. Da die Straße nur einspurig ist, hat sich der Verkehr auf dieser Hauptstraße oftmals gestaut. Wer sich in den Gassen der Altstadt verläuft, muss nur immer wieder zurück auf die Durchgangsstraße kommen. 

Mardin ist ebenfalls bekannt für seine Basare, auf denen lokale Produkte, Kunsthandwerk, Textilien und nützliche Souvenirs wie Seifen angeboten werden. An jeder Ecke gibt es was Interessantes zu sehen. Im Gegensatz zu anderen Basaren wie dem Grand Basar in Istanbul wird man in Mardin als Besucher in Ruhe gelassen. 

Große Moschee von Mardin

minarett
Schöne Farben beim Sonnenuntergang

Die große Moschee ist in der Türkei als Ulu Cami bekannt. Sie stammt aus dem 12. Jahrhundert und wurde von den Artukiden errichtet. In seiner ursprünglichen Form verfügte das imposante Gebäude über zwei Minarette, das andere wurde jedoch im frühen 19. Jahrhundert bei einer Explosion zerstört. Ein besonderes Merkmal der Moschee ist die nach außen gerippte Kuppel. 

Das prachtvolle Bauwerk steht vor der Steppe Mesopotamiens und wird nicht nur als Gebetsstätte für Muslime sondern auch häufig als Fotomotiv verwendet. Auf keinen Fall verpassen solltest du den Sonnenuntergang mit dem Blick auf die endlose Weite. 

Im Inneren befindet sich ein kleines Denkmal, dass eine Teil von Abrahams Bart enthält. Für Muslime ist dies besonders wichtig. 

Zinciriye Medresesi

Zinciriye Medrese
©tunaolger – Pixabay.com

Die Zinciriye Medrese liegt nur wenige Meter von der Ulu Cami. Die Islamschule wurde im 14. Jahrhundert während der Artukiden-Dynastie erbaut. Ein besonderes Merkmal für die Architektur ist, dass sie absolut symmetrisch gebaut wurde. Wie der Rest der Gebäude in Mardin wurde auch hier der helle Kalkstein für den Bau verbaut. 

Der Komplex besteht aus einer Kuppelmoschee, einem Mausoleum und zwei Innenhöfen. Die enthaltenen Räume wurden nicht nur für den Unterricht, sondern auch zum Wohnen genutzt. Vom Dach oben erhascht man einer der besten Ausblicke auf die Stadt Mardin. 

Kasımiye Medresesi

Kasımiye-Medrese
©tunaolger – Pixabay.com

Die Kasımiye Medresesi befindet sich am westlichen Ende der Altstadt. Sie stammt aus dem 15. Jahrhundert. Bis heute ist ihre Struktur sehr gut erhalten.

Wie auch andere religiöse Stätten und Gebäude, wurde diese Koranschule ebenfalls aus Kalkstein gefertigt. Die islamische Bildungseinrichtung enthält auch eine Moschee und eine Unterkunft. Im Innenhof der Medrese gibt es einen Brunnen und einen großen Pool.

Mardin Museum

mardin museum
Nevit Dilmen, Mardin P1050130 20080426104713, CC BY-SA 3.0

Das Museum wurde 1895 als Gebäude für das syrisch-orthodoxe Patriarchat eröffnet. Später hat man es zu einer Klinik und zu einer Polizeiwache umfunktioniert. Später entschloss sich die Stadt Mardin, das Gebäude zu kaufen und zu restaurieren. Daraus ist das heutige Museum entstanden. 

Zu den Exponaten gehören Töpferwaren, Öllampen, Waffen, Mosaike und Artefakte, die bei verschiedenen Ausgrabungen gefunden wurden. 

  • Adresse: Mardin Museum
  • Öffnungszeiten: 08:00 bis 17:30 Uhr täglich außer Montags

Mor Behnam Kirche – 40 Märtyrer

Mor Behnam
Nevit Dilmen, Mardin P1030552 20080423134520, CC BY-SA 3.0

Die Mor Behnam Kirche ist eine wichtige religiöse Stätte der syrisch-orthodoxen Kirche. In Mardin ist sie übrigens unter dem türkischen Namen Kirklar Kilisesi bekannt. Die Kirche wurde ab dem 6. Jahrhundert aus dem charakteristischen Kalkstein erbaut.

Nachdem die Stadt im Jahr 1293 zum Hauptsitz des assyrischen Patriarchat wurde, verwaltete man die geistlichen und administrativen Angelegenheiten von dieser Kirche aus. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Kirklar Kilisesi mehrmals restauriert und renoviert.

Im Inneren befinden sich ein zentrales Kirchenschiff sowie zwei Seitenschiffe. Die Dekoration ist sehr dezent gehalten. Der Begriff der 40 Märtyrer ist zum Gedenken an vierzig Menschen, die wegen ihres Glaubens getötet wurden. 

Hinweis: Im Inneren der Kirche darf nicht fotografiert werden, auch nicht ohne Blitz.

Gibt es auch Sehenswürdigkeiten in Mardins Neustadt?

Im neuen Teil von Mardin gibt es tatsächlich keine Highlights zu sehen. Dort stehen nur Block an Block-Gebäude. Zudem wurden in 2019 viele neue Gebäude errichtet. Einen Vorteil hat der neue Teil aber dennoch: Man kann günstiger fernab der Touristen essen

Außerdem habe ich viele authentische Einheimische getroffen. Die Verständigung klappte allerdings nur mit Händen und Füßen. In der Türkei ist die Fremdsprache Englisch leider nicht weit verbreitet. Dennoch hatte ich eine gute Zeit in der Neustadt.

mardin neustadt
Mardin Neustadt

Zwischen der Altstadt und der Neustadt verkehrt übrigens ein Minibus (Dolmus). Ich weiß zwar nicht mehr welche Linie, aber du kannst einfach nach Yeni (neu) oder Eski (alt) fragen. 

Wo kann man gut essen in Mardin?

Während meines Besuchs in Mardin habe ich bei Kebapci Yusuf Usta gegessen, das in der Neustadt liegt. Dort gab es leckere Fleischspieße mit Bulgur und Salat. Ich kann mich noch heute an das gute Essen und das freundliche Personal erinnern.

Die Verständigung war etwas schwierig, aber mit Google Translate machbar. Auf der Speisekarte stehen noch viele weitere typische Speisen aus der Region. 

Kebapci Yusuf Usta
Leckeres Essen in Mardin

In Mardin und Umgebung findest du natürlich noch viele weitere Restaurants und Cafés. Viele befinden sich auf Dachterrassen, von wo aus man einen fantastischen Blick auf die Tiefebene hat. 

Weitere Ausflugsziele rund um Mardin

Kloster Deyrulzafaran 

Deyrulzafaran
Eingang zum assyrischen Kloster

Das Kloster Zafaran liegt circa neun Kilometer außerhalb der Stadt an einem Berghang und ist ein ideales Ziel für einen Tagesausflug. Es lohnt sich auf jeden Fall einen Abstecher zu machen. 

Der türkische Begriff “Deyrulzafaran” bedeutet übersetzt übrigens Safran. Dieser Ausdruck stammt daher, da rund um das Kloster Safran wuchs.

Das syrisch-orthodoxe Kloster wurde 493 nach Christus auf der Stelle eines 4500 Jahre alten heidnischen Tempels errichtet. Das Kloster war von 1160 bis 1932 Sitz des Patriarchen der syrisch-orthodoxen Kirche.

Aufgrund der Verfolgung von Christen wurde das Patriarchat im Jahr 1933 ins syrische Homs verlegt. Nach dem Ersten Weltkrieg in 1957 fand eine weitere Versetzung nach Damaskus statt.

Deyrulzafaran 3

Das Deyrulzafaran-Kloster wurde für die Sonnenanbetung genutzt und beherbergt 365 Räume auf drei Etagen, von denen jeder einen Tag symbolisieren soll. 

Die Besichtigung findet mit einem Guide in Gruppen statt. Vor meiner Besichtigung musste ich fast eine Stunde warten bis die vorherige Gruppe fertig war. Beim Besuch können vier Räume besichtigt werden.

Deyrulzafaran 2
Schöner Innenhof

Übrigens wurde die erste Druckerei Anatolien von einem im Kloster herrschenden Patriarchen Petrus IV. errichtet und bis 1969 genutzt. Er ließ die Druckmaschine, die er 1874 während eines Besuchs in England gekauft hatte, 1876 ins Kloster Deyrulzafaran bringen. 

Deyrulzafaran 5

Noch heute wird das Kloster von Mönchen genutzt und ist gleichzeitig Sitz des Bischofs von Mardin. Von den ursprünglich 60.000 syrisch-orthodoxen Christen leben heute nur noch rund 10.000 aramäische Christen in der Gegend. Damit gelten sie als eine Minderheit. Zudem wird es von Assyrern aus der ganzen Welt besucht, um Gebete und Segen zu empfangen.

Wie gelangt man zum Kloster Deyrulzafaran?

Deyrulzafaran-Kloster
Blick aufs Deyrulzafaran-Kloster

Um zum Kloster Deyrulzafaran zu gelangen, nutzt man am besten ein Taxi. Man kann ebenfalls in einen der Busse einsteigen, die von Mardin Richtung Süden fahren und dann an der Kreuzung aussteigen. Von dort sind es noch zwei Kilometer zu Fuß. 

wein im kloster
Im Kloster kann man assyrischen Wein kaufen

Im Kloster ist übrigens auch eine Cafeteria, die Tees und Kaffees verkauft. Im Laden kann man sogar Wein erwerben. 

  • Adresse: Mor Hananyo Monastery
  • Öffnungszeiten: 09:30 bis 11:45 Uhr und 13:30 bis 16:30 Uhr täglich
  • Eintrittspreis: 50 Türkische Lira, etwa 1,70 Euro (Stand Juli 2023)

Midyat

Midyat
©tunaolger – Pixabay.com

Von Mardin aus liegt die Stadt Midyat eine Autostunde entfernt. Die 120.000 Einwohner fassende Stadt befindet sich weiter östlich. Wer den Stil der alten Häuser aus Kalkstein sehen möchte, ist in Midyat genau richtig. Die Stadt war einst ein wichtiges Zentrum der assyrischen Zivilisation. Aber auch andere Volksgruppen wie Römer, Byzantiner, Arabern und Osmanen belagerten die Stadt.

Bis zum Völkermord in 1915 waren Assyrer die absolute Mehrheit in der Stadt im Südosten der Türkei. Allerdings kam es immer wieder zu Diskriminierungen. Als 1979 der assyrische Bürgermeister ermordet und durch einen kurdischen Vertreter ersetzt wurde, erhielten die Assyrer eine symbolische Kriegserklärung vonseiten der muslimischen Bevölkerung.

Daraufhin herrschte Panik unter den Assyrern, die so schnell wie möglich das Land verlassen wollten. Auf der anderen Seite kam es zu Einwanderung von Kurden aus dem nordöstlichen Teil der Türkei. 

Bis zum Jahr 1999 ist die ehemalige Bevölkerungsgruppe von 50.000 auf nur noch 2.000 gerutscht. Heute wohnen nur noch etwa 20 christliche Familien in Midyat.  

Bei einem Besuch wirst du heute nicht viel davon mitbekommen. Eher wird dir der Silberschmuck auffallen, der in der Stadt angeboten wird. Bekannt ist Midyat außerdem für seinen assyrischen Wein

Dara-Anastasiupolis

Dara-Anastasiupolis
Foto von GÜRÇAY YÜRÜTEN: https://www.pexels.com/de-de/foto/landschaft-blauer-himmel-truthahn-adana-11566931/

Die antike Stätte von Dara wurde im Jahr 505 von Kaiser Anastasius als militärische Garnisonsstadt gegründet, um die Ostgrenze des Oströmischen Reiches gegen die Perser zu schützen. Das weitläufige Gebiet ist von einer vier Kilometer langen Mauer umgeben. Zur Zeit finden immer noch Ausgrabungsarbeiten statt, da die Stätte noch nicht freigelegt wurde. 

Sehenswert sind die Felsengräber und die Wasserzisternen. Auf der großen Stätte von Dara sind ebenfalls Überreste der Stadtmauer, römische Brücken und die ehemalige Agora zu sehen. 

Dara liegt etwa 35 Kilometer südlich von Mardin. Die Anreise erfolgt am besten mit einem Taxi. Wer möchte, kann auch mit dem Minibus (Dolmus) in Richtung Süden fahren und bei Tilkitepe aussteigen. Von dort sind es nur fünf Kilometer bis zur antiken Stätte. In der Türkei ist es allgemein sehr einfach zu trampen

  • Adresse: Antik Dara Kenti
  • Öffnungszeiten: 08:00 bis 17:30 Uhr täglich außer Montags
  • Eintritt: kostenlos

Häufig gestellte Fragen rund um Mardin

Ist es in Mardin gefährlich?

keine gefahr in mardin

Meiner Meinung nach ist die Frage vollkommen berechtigt. Mardin liegt schließlich nicht weit von der syrischen Grenze entfernt. Als ich im November 2019 dort war, konnte ich zumindest keine Gefahr feststellen. Alles war friedlich. Ich wurde sogar von einem Deutsch-Kurden auf einen Tee eingeladen. 

Wenn man die deutschen Nachrichten verfolgt, wird häufig über Konflikte in Mardin berichtet. Verschiedene Kulturen, Völkergruppen und Religionen treffen aufeinander. Muslime wohnen nah an Christen und so weiter.

Außerdem wird neben Türkisch häufig auch Arabisch, Aramäisch und Kurdisch gesprochen.

treppen in mardin
Ich persönlich würde jederzeit wieder nach Mardin reisen

Die Provinz rund um Mardin ist außerdem bekannt für ihre Auseinandersetzung zwischen der türkischen Regierung und der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK). Ich muss ehrlich sagen, dass ich all dies nicht mitbekommen habe. Als Tourist wird man sowieso in Ruhe gelassen. Jedoch empfehle ich dir keine politischen Meinungen auszudrücken. 

Nach dem schweren Erdbeben in der Südtürkei im März 2023 ist nun ein neues Thema auf dem Tisch. Viele Syrer, die bereits seit Jahren in der Türkei leben, stehen nun ohne Häuser dar. Allerdings haben die meisten eine Bleibe in den Steinhäusern gefunden und werden von der Welthungerhilfe mit Lebensmitteln unterstützt. Auf Mardin selbst hatte das Erdbeben übrigens keine Auswirkungen

Wann ist die beste Reisezeit für Mardin?

mardin bei nacht
Mardin bei Nacht

Mardin liegt im Südosten der Türkei, kurz vor den Toren Syriens. Die Gegend ist bekannt für ihr heißes Klima. Von Ende Mai bis Ende September steigen die Temperaturen locker auf 30 bis 35 Grad Celsius tagsüber, manchmal auch mehr. In dieser Zeit würde ich abraten, nach Mardin zu reisen. 

Ich war Anfang November 2019 in Mardin und konnte angenehme Temperaturen von etwa 20 Grad Celsius genießen. In der Sonne ist es sowieso immer wärmer. Grundsätzlich würde ich die Monate Oktober, November sowie April und Mai für eine Reise nach Mardin empfehlen.

Die Monate Dezember bis März können hingegen sehr kühl werden. Im Winter fällt das Quecksilber auf 6 bis 8 Grad Celsius tagsüber. Nachts kann es sogar leichten Frost geben. 

Wie reist man am besten nach Mardin?

Besonders komfortabel ist es, wenn du einen Flug nach Mardin nimmst. Der Flughafen befindet sich lediglich 20 Kilometer außerhalb des Zentrums. Von Deutschland aus kannst du über Istanbul nach Mardin fliegen. Ansonsten fahren auch viele Reisebusse in die südöstliche Stadt der Türkei.

wasser sade life
Türkisches Wasser wie Joghurtbecher – Leider nicht sehr umweltfreundlich

Ich bin damals von Kayseri in der Nähe von Pamukkale nach Mardin mit einem Nachtbus gereist. Die Fahrt war sehr angenehm. Nachdem der Busbegleiter erfahren hat, dass ich aus Deutschland bin, gab es sogar einen Snack kostenlos. Zudem konnte man die ganze Zeit Wasser nehmen. 

snack im bus
Mein Snack vom Busbegleiter

Mein Hotel in Mardin

Mardin beherbergt eine gute Auswahl an (Boutique-)Hotels, Apartments sowie preiswerte Unterkünfte. Bei meiner Reise nach Mardin im November 2019 habe ich im Merdin Boutique Hotel übernachtet.

Damals habe ich für ein Zimmer mit Einzelbelegung 22 Euro bezahlt. Nach meiner aktuellen Recherche bei Booking kostet es mit aktuell 25 Euro erfreulicherweise nicht viel mehr. In anderen Teilen der Türkei gab es nämlich einen großen Preissprung. 

Das Zimmer im Merdin Boutique Hotel befand sich in einem alten Steinhaus. Es war dezent dekoriert. Es gab ein sauberes Bett und Bad sowie eine Klimaanlage. Letztere habe ich nachts etwas laufen lassen, um das Zimmer zu wärmen. Ebenfalls war ein Frühstück im Preis enthalten. Das Beste am Merdin Boutique Hotel war jedoch die Lage mit vollem Blick auf Mesopotamien.

Einen negativen Punkt gibt es dennoch: Für mehrere Stunden war der Strom weg. Allerdings hat dies nicht nur meine Unterkunft betroffen, sondern ganz Alt-Mardin. Laut den Einheimischen würde dies öfter vorkommen. Ob es aktuell in 2023 immer noch so ist, weiß ich leider nicht. Ich würde jederzeit wieder in diesem Hotel übernachten.

Welchen Eindruck hast Du von der Stadt? Kannst Du dir vorstellen nach Mardin in den Südosten der Türkei zu reisen?

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