Montenegro: Sehenswürdigkeiten und Reisetipps

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vg wortMontenegro heißt ins Deutsche übersetzt “Schwarzer Berg”. In Montenegro selbst wird hingegen die Bezeichnung “Crna Gora” verwendet, was das gleiche in der lokalen Sprache bedeutet. 

Das kleine Balkanland ist die letzten Jahre immer mehr in Mode gekommen. Nach dem Einbruch durch Covid strebt Montenegro Jahr für Jahr einen neuen Besucherrekord an. Im Jahr 2019 kamen übrigens über 2,5 Millionen nach Montenegro. Bei einer Bevölkerung von etwas über 600.000 ist dies schon beachtlich. 

In der Vergangenheit gehörte das Land der Republik Jugoslawien an. Dank der späteren Unabhängigkeit und wegen des aufstrebenden hat sich Montenegro zudem entwickelt, was es heute ist. Dabei wurde Montenegro erst 2006 für unabhängig erklärt. 

Das Land birgt viele Schätze. Von einer unglaublichen Natur, bis hin zur Adriaküste mit glasklarem Wasser und einer guten Gastronomie hat Montenegro viel zu bieten. Die abwechslungsreiche Landschaft mit Bergen, Seen und Flüssen zieht jährlich Massen an Besucher in ihren Bann. Aber auch die vielfältige Architektur, bestehend aus byzantinischer, venezianischer und osmanischer Details, hat ihren Einfluss geleistet. 

In Montenegro stehen viele Steinhäuser mit typischen roten Dächern. In Kombination mit alten Stadtmauern und Denkmälern lässt sich die Vergangenheit gut erahnen. 

Das Balkanland hat ihr Potenzial gut ausgeschöpft und umgesetzt. So geht Tourismus! Bei meinem zweiwöchigen Besuch durch das kleine Land an der Adriaküste habe ich einiges entdecken und lernen dürfen. 

Geschichte von Montenegro

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Viele Montenegro-Besucher wissen überhaupt nichts über die bewegte Geschichte des kleinen Balkanlandes. Über Jahrhunderte hinweg wurde das Land immer wieder neu erobert und von verschiedenen ethnischen Stämmen besetzt. So ist es zu dem gekommen, was es heute ist: Ein vielfältiges Montenegro.

Die Aufzeichnungen beginnen bereits in der Eisenzeit, als illyrische Stämme die Region besiedelt haben. Letztere wurden im 3. Jahrhundert von den Römern verdrängt. Über viele Jahre hinweg war das heutige Montenegro Teil des weströmischen Reiches.  Gegen Ende des vierten Jahrhunderts ging Montenegro bei der Teilung des Römischen Reichs an das Byzantinische Reich über.

Ab dem 7. Jahrhundert wanderten immer mehr Serben,  Kroaten und Slowenen in das Balkangebiet, um die Römer zu vertreiben. Nach der Regentschaft Basileios II im 9. Jahrhundert geriet das Reich durch die Invasion der Seldschuken in eine langwierige Krise.

Im 10. Jahrhundert kämpften serbische Stämme kämpften um ihre Unabhängigkeit von Byzanz. Sie erweitern sogar ihr Land um das heutige Bosnien. Im heutigen Bar erfolgte um 1089 die Gründung eines katholischen Erzbistums. Drei Jahrhunderte später zerbrach das serbische Zarenreich. Mit dem Einfall der Osmanen in 1459 wurden zahlreiche Städte in Montenegro kontrolliert. 

Gegen die Osmanen

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An dieser ist der Nationalheld Ivan Crnojević zu erwähnen, der starken Widerstand gegenüber den Osmanen leistete. Außerdem brachte er neue Technologien wie die Schreibmaschine ins Land. Trotz der Besatzung durch die Türken wurden im Land Bistümer der orthodoxen Kirche gegründet. In dieser Zeit hat sich das heutige Montenegro immer mehr zu Russland zugewandt. Denn auch die Russen kämpften damals gegen die Osmanen.

Unter König Nikola wurde Montenegro in 1852 zum Fürstentum erklärt. Wenige Jahre später befreite man sich endlich von der osmanischen Besatzung. Während des Friedens wurden einige Sachen im Land modernisiert. Allerdings hat König Nikola sich gegen Demokratisierungsversuche gewehrt und konvertierte das Land zu einem Königreich. 

Während des Ersten Weltkrieges endete die Herrschaft von König Nikolas jedoch. Durch die Kriegserklärung der Habsburger gegenübern den Serben wurde der erste jugoslawische Staat gegründet. Im Bündnis waren das heutige Serbien, Kroatien und Slowenien. Montenegro wurde nicht namentlich aufgeführt und wie ein Teil Serbiens behandelt. 

Da die unterschiedlichen Volksgruppen verschiedene Interessen verfolgten, kam es immer wieder zu Konflikten. Deshalb wurde in Jugoslawien die Königsdiktatur ausgerufen.

Während des Zweiten Weltkriegs geriet Montenegro unter deutsche und italienische Besatzungsherrschaft. Die Italiener wollten schon damals ein unabhängiges Montenegro gründen. 

Jugoslawische und russische Partisanen befreiten das Land während der Besatzung. Während dieser Zeit sollte  in einer verfassunggebenden Nationalversammlung über die Zukunft Jugoslawiens entschieden werden. 

Föderative Volksrepublik Jugoslawien in 1945

Föderative Volksrepublik Jugoslawien
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Da die Mehrheit für die kommunistische Partei Jugoslawiens stimmte, wurde 1945 offiziell die Föderative Volksrepublik Jugoslawien ausgerufen. Von nun an bestand Jugoslawien aus den Republiken Serbien, Kroatien, Makedonien, Bosnien und Herzegowina und Montenegro. 

Um Streitigkeiten zwischen den einzelnen Völkern zu vermeiden, hat der damalige Ministerpräsident Josip Broz Tito entschieden, dass jeder Staat eine eigene Verwaltung haben darf. 

Jugoslawien sollte unabhängig und ohne Unterstützung der Sowjetunion bleiben. Daher kam es zum Streit zwischen des sowjetischen Diktator Stalin und dem jugoslawischen Ministerpräsident Tito. Daraufhin beendete Stalin alle wirtschaftlichen Beziehungen mit Jugoslawien. Während dieser Zeit hat sich der Bündnisstaat immer weiter dem Westen und der Nato angenähert. 

Fall der Republik Jugoslawien

kommunistische häuser podgorica
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Nach dem Tod von Josip Broz Tito bröckelte die Republik Jugoslawien und es kam zu Auseinandersetzungen. 1990 gab es in Montenegro demokratische Wahlen. Der damalige kommunistische Machthaber setzte sich für einen Anschluss Montenegros an Serbien ein. Ab dem Jahr 1992 bezeichneten sich beide Staaten als Bundesrepublik Jugoslawien. Währenddessen sind Kroatien und Slowenien aus dem Staatsverband ausgetreten. 

Während der Zeit der Jugoslawienkriege wuchsen die Unterschiede zu den Serben. Außerdem bevorzugten viele Menschen einen eigenen Staat, der nicht an Serbien angeschlossen war. Von serbischer Seite aus wurden alle Versuche, ein demokratisches Montenegro zu errichten, abgeblockt, vom Westen jedoch unterstützt.

Später während des Kosovokriegs hielt sich Montenegro bewusst heraus. Trotz der versprochenen Ausklammerung der Nato, wurden in Montenegro mehrere Städte in Mitleidenschaft gezogen.

Gründung von Montenegro und Serbien in 2002

Da es seitens der Serben auch nach dem Kosovokrieg zu keiner Einigung kam, wollte sich Montenegro nun mit Druck von der Verbindung lösen. Durch Unterstützung der Europäischen Union wurden 2002 die Staaten Serbien und Montenegro gegründet. 

Drei Jahre später bei den Wahlen stimmte die Mehrheit für eine Unabhängigkeit Montenegros. Ab 2006 konnte sich das Balkanland endlich für unabhängig erklären. Seitdem konnte sich Montenegro nicht nur politisch, sondern wirtschaftlich und gesellschaftlich weiterentwickeln. Seitdem sucht Montenegro immer mehr die Nähe der EU und ist ein offizieller Beitrittskandidat. 

Montenegro heute

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Heute ist Montenegro eine parlamentarische Republik und ein demokratischer Rechtsstaat. Seit 2017 wurde Montenegro Mitglied der NATO. Heute besteht Montenegro aus verschiedenen Völkerstämmen, die sprachlich miteinander kommunizieren können. Mit 41,1 Prozent wird überwiegend montenegrinisch gesprochen. 

Aber auch das Serbische besitzt mit 39,1 Prozent einen großen Anteil. Zu den Minderheiten gehören das Serbokroatische und Kroatische. Die Serben leben vorwiegend im Norden an der Grenze zu Serbien sowie Bosnien und Herzegowina. Die Bosniaken und slawischen Muslime leben vor allem im Nordosten sowie im Dreiländereck Serbien-Kosovo-Albanien.

Für 2025 ist der Beitritt zur Europäischen Union geplant.

Wo liegt Montenegro eigentlich?

Montenegro liegt auf dem Balkan und grenzt an insgesamt fünf weitere Länder. Zu den Nachbarn im Norden gehören Kroatien, Bosnien-Herzegowina und Serbien. Östlich von Montenegro liegt der Kosovo. Im Süden angrenzend liegt Albanien

Des Weiteren liegt die westliche Seite Montenegros an der Adriaküste. Mit einer Fläche von 13.812 km² ist das Balkanland nur unwesentlich kleiner als Schleswig-Holstein. Von Nord nach Süd beträgt die Distanz etwa 130 Kilometer. Mit dem eigenen Auto ist dies in drei Stunden möglich. 

Wie reist man am besten nach Montenegro?

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Die meisten Urlauber bevorzugen, nach Montenegro zu fliegen. Neben der Billigairline Ryanair fliegen auch Gesellschaften wie Lufthansa, Eurowings, Montenegro Airlines und Condor nach Montenegro. Einige der Fluggesellschaften fliegen nicht über die Wintermonate. Von Frankfurt aus dauert der Flug bis nach Podgorica etwa 2 bis 2,5 Stunden.

Neben Podgorica, im Süden des Landes, befindet sich ein weiterer Flughafen in Tivat. Letztes liegt unmittelbar neben der Bucht von Kotor. Von dort lassen sich nicht nur Kotor, sondern auch Budva oder andere Städte schnell erreichen. 

Eine weitere Option ist die Anreise über das kroatische Dubrovnik, das etwa zwei Stunden von Kotor aus entfernt liegt. Im Sommer kann es allerdings zu höheren Aufkommen an der Grenze kommen, sodass sich die Einreise verzögert. 

Wer mit dem eigenen PKW anreist, benötigt von Frankfurt für die 1.700 Kilometer lange Strecke etwa 20 bis 25 Stunden. Die Route führt südlich durch Österreich und Kroatien. Meist lohnt sich die Anreise mit dem Auto nur, wenn man längere Zeit bleibt. Auch die Fahrt mit dem Wohnmobil ist natürlich möglich. 

Ebenfalls gibt es die Möglichkeit, vom Nachbarland Serbien per Zug anzureisen. Von der Hauptstadt Belgrad erreicht man Podgorica und die Küstenstadt Bar in etwa 10 bis 12 Stunden. Täglich fahren zwei Züge, wovon einer tagsüber und der andere nachts verkehrt. 

Eine zusätzliche Alternative war die Fährverbindung vom süditalienischen Bari ins montenegrinische Bar. Seit Covid ist diese Verbindung jedoch ausgesetzt worden. Aktuell (Juni 2023) gibt es lediglich die Fährverbindung Bari nach Dubrovnik in Kroatien.

Wie ist das Klima in Montenegro?

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Montenegro beherbergt zwei Klimazonen. Während die Küstenregion einem mediterranem Klima ausgesetzt ist, herrscht im Landesinneren und in den Gebirgsregionen ein kontinentales Klima. 

Das mediterrane Klima zeichnet sich durch heiße und trockene Sommer aus. Die täglichen Durchschnittstemperaturen liegen dann bei 25 bis 30 Grad Celsius. Während der Sommermonate bleibt es auch nachts warm bis heiß. Im Winter zeichnet sich das mediterrane Klima hingegen durch Feuchtigkeit und Temperaturen von 7 bis 14 Grad Celsius aus. 

In bergigen Regionen ist es in der heißen Jahreszeit mit 15 bis 25 Grad Celsius besser erträglich. Allerdings kann der Winter sehr kalt werden. Temperaturen unter dem Gefrierpunkt und Schneefall sind keine Seltenheit. Ebenfalls gibt es mehr Niederschlag als an der Küste. 

Wann ist die beste Reisezeit für Montenegro?

Die beste Reisezeit hängt von deinem Vorhaben ab. Für Strandurlaube eignet sich die Sommerzeit. Außerhalb der Monate Juli und August sind weniger Touristen unterwegs. Im Hochsommer ist es auch sehr heiß. Die Übergangszeit von Mai bis Juni und September eignet sich auch für einen Badeurlaub. 

Für Outdoor-Aktivitäten allgemein eignen sich Frühling und Spätsommer. Für längere Wanderungen sind die Monate April und Mai sowie September und Oktober ideal. In den Bergregionen sind die Temperaturen allgemein etwas kühler.

Je nach Region bietet Montenegro zwischen 200 und 260 Sonnentagen im Jahr. 

Welche Sprache spricht man in Montenegro?

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In Montenegro wird montenegrinisch und serbisch gesprochen. Es handelt sich dabei um eine südslawische Sprache, die stark mit dem Bosnischen, Kroatischen und Serbischen verwandt ist. Sprecher der genannten Länder können mühelos miteinander kommunizieren. 

Bei der Fahrt durch Montenegro wirst du neben dem lateinischen Alphabet auch kyrillische Buchstaben entdecken. Diese Schriftweise ist tief in der Kultur verankert. Für offizielle Dokumente, Regierungseinrichtungen und im öffentlichen Leben wird die kyrillische Schreibweise bevorzugt. 

In touristischen Gegenden findet man hingegen mehr Schilder und Hinweise des lateinischen Alphabets. Neben der eigenen Sprache versteht und spricht man in den touristischen Regionen auch Englisch. Besonders die jüngere Generation kann in Englisch kommunizieren. Im Übrigen wird an touristischen Orten sogar Deutsch, etwas Italienisch und Russisch gesprochen. Wer als Adria-Urlauber einige Wörter der lokalen Sprache beherrscht, wird hoch angesehen.

Was benötigt man für die Einreise nach Montenegro?

Auch wenn Montenegro nicht in der EU ist, kann man mit dem gewöhnlichen Pass für bis zu 30 Tage einreisen. Wer sich bis zu 90 Tage in Montenegro aufhalten möchte, muss mit dem Reisepass einreisen. So kann man insgesamt für 180 Tage im Jahr bleiben. Für einen längeren Aufenthalt wie 90 Tage am Stück muss eine Genehmigung beantragt werden.

Wie lange sollte man Urlaub in Montenegro machen?

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Ich verstehe, dass die Frage zur Reiselänge sehr individuell ist. Dennoch versuche ich eine allgemeingültige Aussage zu geben. Wer das kleine Balkanland wirklich bereisen und kennenlernen möchte, sollte sich 10 bis 14 Tage Zeit nehmen. Mit dem eigenen Mietwagen lässt sich Montenegro aus einer anderen Sicht kennenlernen. Alternativ steht ein gut ausgebautes Busnetz für den Urlaub in Montenegro zur Verfügung. Die meisten Städte werden häufig angefahren.

Strandurlauber benötigen auch irgendwann Abwechslung. Warum nicht Ausflüge machen und andere Orte kennenlernen? Ich bin der Meinung, dass Montenegro für eine Mischung aus Strand- und Kultururlaub perfekt geeignet ist. 

Welches ist die Währung von Montenegro?

Zum Erstaunen vieler setzt Montenegro auf den Euro als Zahlungsmittel. Auch wenn das kleine Balkanland noch nicht Mitglied der EU ist, wird die Währung bevorzugt. Zum einen wird der Euro als stabile Währung angesehen, zum anderen wird der Handel mit anderen europäischen Ländern erleichtert. 

Die Einführung des Euro ist zudem für Touristen und Investoren von Vorteil. Beim Besuch des Landes muss kein Geld umgetauscht werden. Durch die Nutzung des Euro hat Montenegro ebenfalls einen Schritt in Richtung Europäische Union zurückgelegt. 

Allerdings bringt die Einführung der Währung Euro auch negative Aspekte mit. Meines Erachtens ist das Preisniveau in Montenegro recht hoch für ein Balkanland. Es liegt auf ähnlichem Standard wie sein kroatischer Nachbar. Alle umliegenden Länder sind teils viel günstiger. 

Trotz eines Durchschnittsverdienstes von 600 bis 800 Euro brutto müssen Montenegriner die gleichen Supermarktpreise wie im Westen in Kauf nehmen. In ländlichen Gebieten kann der Verdienst geringer ausfallen. 

Im Bezug auf die Preise stehe ich mit Montenegro auf Kriegsfuß. Es war teilweise wirklich schockierend, was man für Essen und Getränke in Restaurants verlangte. Auch die Übernachtungen waren deutlich teurer als beim albanischen Nachbarn. 

Übrigens sehen auch die Autonummernschilder den der Europäischen Union sehr ähnlich. Bis auf die Europäischen Sterne sind sie sogar identisch, würde ich sagen. Das aufgedruckte MNE steht für Montenegro. 

Was ist die Hauptstadt von Montenegro?

Die Hauptstadt von Montenegro heißt Podgorica. Viele Touristen kennen sie lediglich wegen der Anreise über den Flughafen. Podgorica selbst hat laut meiner Recherche wenig für den Besucher zu bieten. Ich selbst war noch nicht in der Hauptstadt von Montenegro. Podgorica liegt nahe an der Grenze zu Albanien, hat aber eine gute Verbindung mit allen Städten. 

Kann Montenegro im Urlaub gefährlich sein?

Während meiner Reise durch Montenegro spüre ich überhaupt keine Gefahr. Klar, auf Wertsachen sollte man immer aufpassen. Ich zum Beispiel reise ohne Geldbeutel, sondern nur mit einem Geldgürtel, den ich unter meinem T-Shirt verstecke. Mein Smartphone ist immer in der vorderen Hosentasche.

Ansonsten ist mir aufgefallen, dass der Straßenverkehr ziemlich hektisch ist. Montenegriner lieben es wohl, mit Bleifuß und ohne Rücksicht auf Verluste Auto zu fahren. Nach meiner Recherche im Internet konnte ich nachlesen, dass Polizisten gerne ausländische Autos anhalten, um abzukassieren. 

Wer mit dem eigenen Fahrzeug anreist, sollte also auf die Regeln achten und blinken nicht vergessen. Ansonsten würde ich Montenegro überhaupt nicht als gefährlich einstufen.

Welche Sehenswürdigkeiten gibt es in Montenegro?

Das ehemals jugoslawische Land bietet zahlreiche Highlights für Touristen und Langzeit-Residenten. In diesem Abschnitt möchte ich Montenegros Sehenswürdigkeiten darstellen.

Kotor

kreuzfahrtschiff bucht kotor
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Für mich persönlich ist Kotor eine der besten Sehenswürdigkeiten in Montenegro. Die Küstenstadt bietet die perfekte Kombination aus bezaubernder Altstadt und einem der vermutlich schönsten Kulissen im Umfeld. Das klare, von der Sonne glitzernde Wasser verzaubert die Gegend in eine Märchenwelt. 

Zudem ist Kotor von gewaltigen Bergen umgeben. Man fühlt sich wie wenn man durch die Schweiz fährt, nur mit der Adriaküste vor der Tür. 

Ein besonderes Highlight ist der Aufstieg auf die Festung San Giovanni. Von 280 Meter lässt sich die Schönheit der Bucht von Kotor perfekt mit der Kamera festhalten. In meinem Artikel habe ich näher beschrieben, wie und wo man am besten auf die Burg steigt.

Ansonsten bietet Kotor auch einen kleinen Strandabschnitt, der weitaus weniger populär ist als andere in Montenegro. Neben Schwimmen und Schnorcheln kann man eine Bootstour durch die Bucht von Kotor buchen. 

Auch wenn Kotor recht populär ist, fühlte ich mich dort wohler als in Budva. Vermeiden sollte man die frühen Nachmittagsstunden, wenn die Altstadt von Tagestouristen aus Kreuzfahrtschiffen überlaufen wird. 

Budva

budva beliebtes reiseziel
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Für viele Urlauber und Partygänger ist Budva das Mekka Montenegros. Die an der Adriaküste liegende Stadt bietet zahlreiche Attraktionen für Touristen. Besonders hübsch ist die charmante Altstadt, die auf einer Halbinsel liegt. In den verwinkelten Gassen kann man sich leicht verlieren. Die Altstadt ist von einer großen Mauer umrundet. 

Richtung Meer hin befindet sich der Stadtrand Plaža Ričardova Glava. Wer sich dort aufhält kann einen schönen, wenn auch teuren Nachmittag verbringen. 

Die Aussicht auf die malerischen Steinhäuser sowie den Kirchturm und die Berge im Hintergrund ist einmalig, der Preis für die Liegestühle allerdings auch. In 2022 wollte man hier 50 Euro für einen Tag Miete. 

Neben dem attraktiven Strand im Old Town bietet Budva noch weitere Strände. Am Pizana Beach ist der Ausblick ebenfalls sehr hübsch. Zudem ist dieser Abschnitt weitaus weniger überlaufen. 

Ansonsten bietet Budva viele Beach Clubs, die auch am Abend richtig einheizen. Budva ist ein Reiseziel für den Massentourismus. Leider konnte ich mich nicht mit der Stadt anfreunden. Nach drei Übernachtungen war ich froh, weiterziehen zu dürfen. Da der Name Budva in aller Munde ist, führe ich die Stadt trotzdem als “Sehenswürdigkeit in Montenegro” auf. 

Ulcinj

küstenstadt ulcinj montenegro
Ulcinj die südlichste Stadt in Montenegro

Die Küstenstadt Ulcinj war der erste Ort, den ich in Montenegro sehen durfte. Ganz im Süden gelegen, grenzt Ulcinj fast an die Grenze von Albanien. Ulcinj birgt eine kompakte Altstadt sowie eine Festung auf dem anliegenden Hügel.

Von oben kann man einen hammermäßigen Weitblick über die gesamte Küste genießen. Die Altstadt besteht aus vielen Steinhäusern, die heutzutage als Unterkünfte genutzt werden. 

Während der Sommermonate ist die Küstenstadt für ihr ausgiebiges Nachtleben bekannt. Entlang der Strandpromenade und im alten Stadtkern findet man eine Bar nach der anderen. 

Zu Montenegros Sehenswürdigkeiten zählt für mich auch Ulcinj wegen seines langen Strandes. Der sogenannte Long Beach lädt zum kilometerlangen Marsch ein. Außerdem ist der Strand samtig weich und ohne Steine. 

Im Vergleich mit anderen Plätzen in Montenegro ist Ulcinj weniger entwickelt. Meiner Meinung nach hat dies nicht nur einen Einfluss auf Menschen, sondern auch auf das Preisniveau. Essen gehen ist dort noch günstiger als in anderen Städten Montenegros. 

Bar

strand restaurant in bar
Strand Restaurant in Bar

Die Stadt Bar gehört zu meinen Lieblingsecken in ganz Montenegro. Sie liegt ebenfalls eher im südlichen Teil des Landes und ist flächenmäßig überschaubar. Bar besteht aus zwei Teilen, dem alten und dem neuen Teil. Während das neue Bar an der Küste liegt, findet man das alte Bar wenige Kilometer weiter im Landesinneren.

Bar bietet mehrere Kieselsteinstrände und einen großen Hafen. Von dort fahren Schiffe nach Italien. Ebenfalls kann man diverse Bootstouren buchen und sich an andere Adriaorte fahren lassen.. Der Strandabschnitt ist zwar nicht der beste Montenegros, aber dennoch angenehm. Außerdem lädt die lange Promenade für abendliche Spaziergänge ein. 

Neben der etwas touristischeren Hafengegend ist Bar größtenteils original geblieben. Wer möchte, kann im Zentrum viele große Blockhäuser aus den alten Zeiten sehen. 

Perast

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Boote in Perast

Das Küstendorf Perast ist für Urlauber geeignet, die sich nach Ruhe und Entspannung sehnen. Mit gerade einmal 300 Einwohner ist das ehemalige Fischerdorf sehr überschaubar. Bereits nach 30 Minuten hat man vermutlich alle Winkel und Ecken des Dörfchens abgelaufen. 

In der Vergangenheit mit Handelsschiffen überflutet, gilt Perast heute als ein angenehmer Fleck Erde. Direkt an der Küste befindet sich eine circa ein Kilometer lange Promenade, die mit wenigen Restaurants geschmückt ist. 

Bei einem Mittagessen im Schatten kann man vorbeifahrende Boote und Kreuzfahrtschiffe bestaunen. Besonders toll ist die Kulisse wegen der gegenüberliegenden hohen Berge.  Inmitten des gesamten Panoramas entdeckt man zwei vorgelagerte Inseln vor der Küste Perasts. Lediglich eine der beiden Inseln kann während einer Bootstour besucht werden. Die andere kann nur vom Wasser aus betrachtet werden. 

Auch wenn es einen Strand gibt, halte Perast nicht für den besten Badeort. Die Abschnitte sind nämlich sehr klein gehalten. Perast ist ein exklusives Reiseziel und damit etwas teurer als der Rest Montenegros. 

Cetinje

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Das Bergdorf Cetinje war ehemals die Hauptstadt von Montenegro und birgt reichlich Geschichte. Besonders für kulturell Interessierte Menschen ist die Bergstadt eine Sehenswürdigkeit in Montenegro. Neben einem bekannten Kloster beherbergt Cetinje weitere Kirchen, Kapellen und Museen. 

Cetinje ist authentischer und vor allem ruhiger als sämtliche Küstenstädte Montenegros. Beim Schlendern durch das Zentrum kann man noch Teile des ursprünglichen Montenegros sehen. Centije liegt außerdem am Rande des Love-Nationalparks, der sich für Ausflüge in die Natur eignet. Ich war lediglich für einen Tagesausflug in Cetinje. Naturliebhaber und Trekker können auch länger in der Bergregion verweilen. 

Mein persönliches Fazit zu Montenegro

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Während meiner 14-tägigen Reise durfte ich viele Orte und die Kultur Montenegros kennenlernen. Das kleine Balkanland hat sich unheimlich gut entwickelt. Vor allem wenn man überlegt, dass das ehemalige Jugoslawien erst 1992 zu Ende ging. 

Besonders faszinierend fand ich die zauberhafte und vielfältige Natur Montenegros, bestehend aus Küste und Berge. Neben Badeurlaub eignet sich Montenegro auch zum Wandern oder sogar Skifahren im Winter. Trotz der kleinen Fläche hat das Land unheimlich viel zubieten.

Dennoch muss ich gestehen, dass ich Startschwierigkeiten im Land hatte. Aus Albanien kommend wo alles noch so ursprünglich erscheint, hat mich Montenegro geradezu überrumpelt. Nicht nur der Massentourismus an der Küste, sondern auch das Preisniveau haben mich geschockt. Besonders mit dem zugebauten Budva stand ich auf Kriegsfuß. Auch wenn Montenegro von vielen als Geheimtipp bezeichnet wird, so kann ich das überhaupt nicht bestätigen. 

Dagegen hat mich Cetinje sehr positiv überrascht, aber auch nur weil es weniger besucht wird. Ich persönlich bevorzuge Orte, die noch nicht vom Massentourismus befallen sind. In Montenegro ist es schwer solche Plätze zu finden. 

Fakt ist, das Land hat viel zu bieten, sonst wäre es nicht so beliebt. Die Mischung aus Sonne, Meer, Berge und einem hervorragenden kulinarischen Angebot lockt viele Touristen an. Bei meinem nächsten Besuch möchte ich mich auf das Hinterland konzentrieren und die ein oder andere Wanderung machen. Ich freue mich schon darauf, das authentische Montenegro kennenzulernen.

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